Kaffee in Königs Wusterhausen: Warum diese mobile Kaffeerösterei so beliebt ist

„Bohnenengel“ Maik Decker steht zweimal pro Woche auf dem Markt in Königs Wusterhausen und verkauft Kaffee.
Sandra Ketterer- Maik Decker verkauft Kaffee aus seiner mobilen Rösterei „Bohnenengel“ auf dem Markt in Königs Wusterhausen.
- Er bietet Espresso, „Filter Nr. 1“ und „Whiskylover“ an; letzterer wird einen Monat im Sherryfass nachgereift.
- Decker röstet Bohnen langsam und sorgfältig, um den Geschmack zu bewahren.
- 250 Gramm Espresso kosten 12,50 Euro, „Whiskylover“ 20 Euro.
- Decker plant keine festen Laden; er bleibt mobil und besucht Märkte und Events.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Duft von frisch geröstetem Kaffee zieht über den halben Markt. Zwar steht der kleine, schwarze Anhänger des „Bohnenengel“ direkt neben der Hähnchenbraterei. Aber für gute zehn Minuten ist es vor allem der Geruch der Kaffeebohnen, der die Bahnhofsstraße in Königs Wusterhausen dominiert. So lange dauert es in etwa, bis Maik Decker die Bohnen aus seiner kleinen Röstmaschine herausholen kann.
Ein Kilo pro Röstvorgang, mehr passt nicht in die kleine Trommel, die Decker über ein Notebook, das daneben steht, kontrolliert. Drei Sorten hat er in seinem Standardsortiment: Espresso, „Filter Nr. 1“ und „Whiskylover“ hat der Kaffeeröster und Barista sie genannt. Er arbeite an weiteren Sorten, sagt Decker, aber die brauchten noch eine Weile bis zur Marktreife.
Vom Fahrradladen zur mobilen Kaffeerösterei

Der kleine Stand vom „Bohnenengel“ auf dem Markt in Königs Wusterhausen ist immer gut besucht.
Sandra KettererSeit gut einem Jahr steht Decker mit seiner mobilen Rösterei auf dem Wochenmarkt in Königs Wusterhausen, immer dienstags und freitags. Außerdem fährt er zu Veranstaltungen wie Flohmärkten oder Stadtfesten, sei es in Wildau, Frankfurt (Oder) oder Halle an der Saale. Deckers Einzugsgebiet wächst. Auch einen Onlineshop hat er eingerichtet. Ein Ladengeschäft plane er aber nicht. Alles solle in den kleinen Anhänger hineinpassen, betont er.
„Vorher hatte ich mit einem Partner einen Bikeladen im Prenzlauer Berg“, erzählt er. Regelmäßig seien sie in der Nähe Kaffee trinken gewesen. Irgendwann sei er auf die Idee gekommen, selber Kaffee zu rösten, und habe sich immer weiter mit dem Thema befasst.
Er hat Ausbildungen gemacht und Plantagen in Vietnam besucht. „Meine Kaffeebohnen beziehe ich über meinen Ausbilder, der betreut in mehreren Ländern Plantagen und fährt da vier, fünf Mal im Jahr hin und arbeitet mit den Bauern zusammen“, erzählt Decker. Aus El Salvador und Indien stamme das Material, in kleinen Parzellen angebaut und per Hand gepflückt.
Kaffee aus dem Sherryfass in Königs Wusterhausen
Decker röstet ausschließlich in seiner kleinen Rösttrommel im Anhänger. Zehn Minuten oder mehr, nicht zu heiß, immer nur kleine Mengen. „Industriekaffees werden immer so bei 600 Grad geröstet, vier Minuten“, erklärt Decker. „Da verbrennen die Bohnen einfach nur, da ist kein Charakter mehr drin.“
Er will individuellere Produkte bieten. Auf seiner Website www.bohnenengel.de – Decker betreibt die Firma mit seiner Frau – stehen für jeden Kaffee die Sorten, die dafür verwendet werden und das Produktionsverfahren. Außerdem gibt es Tipps zur Zubereitung. Vor allem der „Whiskylover“ sticht heraus. „Die Bohnen werden einen Monat im Sherryfass nachgereift und riechen dann nach Rum-Traube-Nuss“, erklärt Decker.
Die Einzigartigkeit und die kleinen Mengen haben ihren Preis. 12,50 Euro kosten 250 Gramm Espresso, dieselbe Menge „Whiskylover“ liegt bei 20 Euro. „Die Leute kaufen das eher als Geschenk für andere“, sagt Decker, weniger, um es für ihren Alltag zu nutzen.


