Kita in Königs Wusterhausen
: Darum fließt Kita-Budget in längere Öffnungszeiten

Das 2026 eingeführte Kita-Budget des Landes Brandenburg soll die Qualität in Kitas fördern. In Königs Wusterhausen wird es allerdings für längere Öffnungszeiten eingesetzt. Warum?
Von
Marlene Wetzel
Königs Wusterhausen
Jetzt in der App anhören
Kinderrucksäcke hängen in der Garderobe einer Kita. Erstmals ist am Freitag die Kindergarten-Kommission im Thüringer Landtag zusammengekommen. Das Gremium aus Wissenschaft, Kommunen und Kreisen, Elternvertretungen, Gewerkschaften und Politik soll Lösungen für das in Thüringen drohende Kita-Sterben finden. (zu dpa: «Kita-Kommission: Geburtenrückgang als Chance») +++ dpa-Bildfunk +++

Auch Kinder haben lange Tage: Rund ein Viertel aller Krippenkinder und fast ein Drittel aller Kita-Kinder in Dahme-Spreewald werden über acht Stunden täglich in der Kindertagesstätte betreuet. (Symbolbild)

picture alliance/dpa
  • Königs Wusterhausen nutzt das Kita-Budget auch für längere Öffnungszeiten.
  • Das Land zahlt pro betreutem Kind 40 Euro, um Qualität und Angebote zu fördern.
  • Die Finanzierung der 3. Betreuungsstufe entfiel, Anspruch auf lange Betreuung bleibt.
  • Ohne Zusatzmittel leidet die Qualität, da Personalzeiten gestreckt werden.
  • Stadt erhielt ca. 93.000 Euro: flexibel für Qualität und Öffnungszeiten, aber pauschal begrenzt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Seit Anfang 2026 gibt es das sogenannte Kita-Budget in Brandenburg: Für jedes Kind mit einem Betreuungsvertrag in einer Krippe, einem Kindergarten oder einem Hort zahlt das Land 40 Euro an den Träger. Mit dem Kita-Budget sollen zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der pädagogischen Arbeit und des Angebotes in Kindertagesstätten gefördert werden, mit anderen Worten: Es soll die Qualität verbessern – so zumindest der Plan.

In Königs Wusterhausen wird das Geld aus dem Kita-Budget jetzt auch dafür genutzt, längere Betreuungszeiten zu bezahlen – also die sogenannte „3. Betreuungsstufe“. Mit der 3. Betreuungsstufe werden Betreuungszeiten von über acht Stunden in der Kita und über fünf Stunden im Hort bezeichnet.

Nachdem das Land entschieden hatte, die Finanzierung davon im Jahr 2026 auszusetzen, hat auch der Kreis im Dezember 2025 beschlossen, diese vorübergehend nicht mehr zu finanzieren. Land und Kreis hatten die 3. Betreuungsstufe gemeinsam gezahlt.

Kita-Budget ersetzt Zuwendung der 3. Betreuungsstufe nicht

Trotz weggefallener Finanzierung von Land und Kreis haben Kinder weiterhin Anspruch darauf, so lange betreut zu werden, wie sie es brauchen, auch wenn es die Mindestbetreuungszeiten von sechs Stunden in der Kita und vier Stunden im Hort übersteigt. Das heißt: Kitas müssen die längeren Betreuungszeiten von acht Stunden (Kita) und fünf Stunden (Hort) grundsätzlich ermöglichen. Im Landkreis Dahme-Spreewald sind das ein knappes Viertel aller Krippenkinder und fast ein Drittel aller Kita-Kinder (Stand Dezember 2025).

Wenn aber kein zusätzliches Geld für mehr Personal da ist, müssen die gleichen Erzieherinnen und Erzieher die Arbeit auf mehr Zeit oder flexibler verteilen. Ihre Arbeitszeit wird „auseinandergezogen“. Was dadurch letztlich leidet, ist die Betreuungsqualität.

Als eigener Kita-Träger hat die Stadt Königs Wusterhausen ca. 93.000 Euro Fördermittel aus dem Kita-Budget für das Jahr 2026 erhalten, gibt Katrin Kunipatz, Stadtsprecherin, bekannt. Aktuell werde der Einsatz der Fördermittel in jeder Einrichtung individuell geprüft.

Die Fördermittel sollen in Königs Wusterhausen dafür eingesetzt werden, neue Maßnahmen in den Kitas zu finanzieren – und um die wegfallende Finanzierung der 3. Betreuungsstufe zu kompensieren, so Kunipatz. Die Fördersumme sei in ihrer Höhe aber nicht mit der Zuwendung für die 3. Betreuungsstufe vergleichbar.

Vorteil des Kita-Budgets sei, dass mehr Flexibilität bei der Verwendung der Mittel bestehe. Sie könnten für längere Öffnungszeiten, aber auch für die Verbesserung der pädagogischen Qualität eingesetzt werden. Es gebe weniger starre Vorgaben, als bei der Förderung der 3. Betreuungsstufe.

Fördermittel von Kita-Budget pauschal festgelegt

Nachteil sei, dass das Budget im Gegensatz zu vorher, wo die Förderung mit dem tatsächlichen Personalbedarf gestiegen sei, pauschal festgelegt sei. Besonders betroffen von den Kürzungen der 3. Betreuungsstufe seien daher Einrichtungen mit vielen Kindern, die einen erhöhten Betreuungsbedarf haben. Ob das Kita-Budget auch 2027 für die Kompensation der 3. Betreuungsstufe herangezogen werden dürfe, sei derzeit noch nicht klar definiert.

Im Dezember 2025 hatte Lars Thielecke, Sozialdezernent von Königs Wusterhausen, erklärt, dass das Land überzeugt sei, das neue Kita-Budget könne einen Teil der weggefallenen Mittel ersetzen. Er war jedoch schon damals der Ansicht, dass sich das Land damit seiner Verantwortung entziehe.

Familie

Was bewegt Eltern heranwachsender Kinder? Wo erhalten sie Hilfe? Welches Restaurant ist familienfreundlich? Antworten auf diese und ganz viele andere Fragen finden Sie hier.