Lieferando in KW: Hat der Streik in Berlin Auswirkungen auf den Lieferservice?

Streik bei Lieferando am 23.10.2025 in Berlin. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Essenskuriere und Support-Mitarbeiter aufgerufen, die Arbeit niederzulegen, um bessere Arbeitsbedingungen zu erreichen. Wie sind die Arbeitsbedingungen in KW?
Lilli Förter/dpa- Lieferando-Fahrer streikten am 23.10.2025 in Berlin für bessere Arbeitsbedingungen und einen Tarifvertrag.
- Gewerkschaft NGG fordert einen Interessenausgleich und Sozialplan, Unternehmen lehnt Vorschläge ab.
- In Königs Wusterhausen keine Streikauswirkungen, da Lieferanten direkt bei Restaurants angestellt sind.
- Osteria Forio nutzt Lieferando-App für Bestellungen, zahlt Prozente, bietet aber Rabatt bei Direktbestellungen.
- Fahrer der Osteria Forio erhält Mindestlohn, arbeitet 20 Stunden pro Woche und darf Trinkgeld annehmen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wegen des geplanten Abbaus von 2000 Stellen sind in Berlin am Donnerstag (23. Oktober) Dutzende Lieferando-Fahrer auf die Straße gegangen. Daneben riefen die Arbeitnehmer-Vertreter zum Streik bis kurz nach Mitternacht auf, um einen Tarifvertrag durchzusetzen. Sie verhandelten mit dem Unternehmen in sechster Runde um einen Interessenausgleich und einen Sozialplan, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitteilte.
Das Unternehmen hingegen warf den Arbeitnehmern eine irreführende Skandalisierung vor und bezeichnete den vorgeschlagenen Insel-Tarifvertrag als unrealistisch.
Und in Königs Wusterhausen? Auch hier lässt sich schließlich über die Lieferando-App Essen bestellen, etwa bei der Osteria Forio, Pizzeria und Steakhaus in der Cottbusser Straße. „Heute sind schon Bestellungen über die App eingegangen“, freut sich der Geschäftsführer, der namentlich nicht genannt werden möchte, zur Mittagszeit.
Fahrer aus KW bei Restaurant direkt angestellt
Im Gespräch mit einem Fahrer, der ebenfalls anonym bleiben will, stellt sich schnell heraus, dass das Restaurant zwar in der App gelistet ist und darüber bestellt werden kann, dass die Lieferanten jedoch bei dem Restaurant selbst angestellt sind. Das heißt, er als Lieferant aus KW war nicht von dem Streik betroffen.

Über die Lieferando-App kann Essen bei der Osteria Forio in der Cottbusser Straße, Königs Wusterhausen, bestellt werden.
Marlene Wetzel„Wir profitieren davon, in der App sichtbar zu sein – gleichzeitig kassiert Lieferando Prozente von uns“, erklärt der Fahrer. „Ohne Lieferando verlieren wir Kunden“, fährt er fort und wundert sich: „Obwohl die Leute bei uns sogar ein Getränk umsonst bekommen, wenn sie telefonisch oder über die Website bestellen, nutzen sie lieber ihr Handy.“ Das Getränk sei das Einzige, was sie an Eigenwerbung machen, die Preise sind mit Lieferando abgestimmt und überall einheitlich – ob in der App, auf der Website oder bei Telefonbestellungen.
Er sei seit 2004 bei der Osteria Forio in Königs Wusterhausen angestellt und bekomme den Mindestlohn, verrät der Fahrer. Er arbeite in Schichten, mittags ein paar Stunden, dann wieder abends. Bezahlt werde er nach Stunden, er leiste 20 in der Woche. „Das sei ganz ok so“, sagt der Lieferant noch und verrät, dass er Trinkgeld nehmen darf, aber nicht alle Kunden welches geben.
