Party in Königs Wusterhausen: Warum Hunderte Jugendliche bei Redo-XXL durchdrehen

René Dost, besser bekannt als Redo, in „seiner Disko“, dem Eventcenter KW. Bei der Party bewirbt er auch seinen neusten Drink, mit dem merkwürdigen Namen „Bubensahne“.
Till Eichenauer- Redo lockt hunderte Jugendliche ins Eventcenter KW – viele mit „Muttizettel“ bis nach Mitternacht.
- Sein Auftritt kurz vor zwölf zündet die Stimmung: Tanz, Selfies, 1000 Gratis-Shots und laute Rufe.
- Redo streamte „heute“ 14 Stunden live, betreibt sieben Redo-XXL-Restaurants und weitere Locations.
- Das Eventcenter KW hat Tradition seit den 1930ern; Redo führt es seit 2012 mit seltenen Partys.
- Neu im Programm ist der Sahnelikör „Bubensahne“, dessen provokanter Name aus Netzkommentaren stammt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Publikum in der Schlange vor dem Eventcenter KW ist auffallend jung. Viele überreichen den Türstehern vor dem Club am Bahnhof Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) einen sogenannten „Muttizettel“. Mit dem Dokument dürfen auch 16-Jährige – mit Zustimmung der Eltern – bis nach Mitternacht in der Disko bleiben. Im Verlauf des Abends füllt sich eine ganze Kiste am Eingang mit den Zetteln.
Denn für die Teenager ist es an diesem Samstagabend (30.5.) besonders wichtig, nicht vor zwölf nach Hause zu gehen. Denn dann kommt erst der, auf den sie alle warten: René Dost, besser bekannt als Redo. „Wir sind hier, um den König zu treffen!“, sagt ein 19-Jähriger aus Königs Wusterhausen. Bis es soweit ist, bleibt die Stimmung auf der großen Tanzfläche eher zaghaft. Es wird wenig getanzt und die Menge versorgt sich mit Bier und Vodka-Energie an der Bar. Dazu lässt Dost 1000 kostenlose Shots verteilen.
Erst als König Redo um kurz vor Mitternacht seine eigene Disko betritt, geht es richtig los. Der Entertainer eilt auf die Bühne, tanzt und zeigt sein verrücktes Lachen. Manchmal mit dem Gesicht zum Publikum. Aber oft auch mit dem Rücken zu den Fans, mit dem Blick in die beleuchtete Kamera seines Social-Media-Managers, der den ganzen Abend nicht von seiner Seite weichen wird. Die Menge ist außer sich, schreit seinen Namen und jubelt ihm zu.
Hype um Redo bei Party-Volk aus Königs Wusterhausen
Warum junge Menschen so ein großes Interesse an dem 57-Jährigen mit dem verrückten Blick haben, ist für Außenstehende, ohne Facebook-, Instagram- oder Tiktok-Account kaum nachzuvollziehen. Denn der Wirbel um Brandenburger kommt durch seine Präsenz auf den unterschiedlichen Kanälen im Internet. Jede Woche gibt es einen neuen vermeintlichen Skandal, jeden Tag verrückte Auftritte zum Mitfühlen und Fremdschämen.
Als René Dost an diesem Abend die Bühne nach seiner ersten Tanzeinlage verlässt, zieht er sich erst mal in die Küche hinter der Bar zurück. Durchatmen, eine rauchen, ein Red Bull und der Blick aufs Smartphone. „Ich war heute schon 14 Stunden im Live-Stream – über 200.000 Aufrufe!“, sagt er und checkt seine Accounts. Sein Motto „GIG – Gastro ist Geil“ kennen mittlerweile Millionen Menschen.

Die Neueste Geschäftsidee von René „Redo“ Dost steht auf dem Tresen im Event Center KW, Königs Wusterhausen. 1000 kostenlose Shots der „Bubensahne“ lässt er an diesem Abend verteilen.
Till EichenauerDenn trotz seiner dauerhaften Medienpräsenz betreibt der Gastronom aus Ketzin seine sieben Redo-XXL-Restaurants in Berlin und Brandenburg. Daneben hat er weitere Gaststätten, Cafés und Event-Locations in der Region. Darunter auch das Eventcenter KW, das ihm laut eigener Aussage besonders am Herzen liegt: „Direkt hier im A10-Center Wildau war mein zweiter großer Laden. Seit 2012 mache ich das hier im KW.“
Geschichte des Eventcenters KW in Königs Wusterhausen
In den heutigen Räumen des Eventcenters KW wird schon seit den 1930er-Jahren gefeiert. 1932 lieferten sich dort Mitglieder der SPD und der NSDAP eine Saalschlacht. Auch in der DDR gab es Bälle und Feste.
Nach der Wende wurde die Location als Disko „Six“ bekannt. 2012 übernahm dann René Dost den geschichtsträchtigen Ort und startete das Eventcenter KW.
Dost wolle den Menschen in Königs Wusterhausen etwas bieten: „Es gibt doch sonst weit und breit nichts mehr, wo die Leute abends mal tanzen gehen können.“ Viele seien ihm dafür dankbar, dass durch ihn noch etwas los sei in der Stadt. Aber nur acht bis zehn Partys pro Jahr will er im Eventcenter KW machen. „Ein bisschen künstliche Verknappung, damit der Laden immer voll ist.“
Internet-Star René „Redo“ Dost mit einer Million Abonnenten
Mit einer seiner Partys hat er dieses Jahr eine Million Abonnenten auf allen seinen Social-Media-Accounts gefeiert. Obwohl der Laden auch heute gut gefüllt aussieht, läuft es laut dem Veranstalter nicht ganz optimal: „In der Regel haben wir hier 500 Leute, oft sind es auch 700. Im Sommer ist es immer schwerer, eine Disko vollzubekommen“, so Dost.
Er gibt aber offensichtlich alles: Laut eigener Aussage kommt er bei jeder Party ins Eventcenter KW persönlich vorbei. Und auch an diesem Samstagabend geht er immer wieder auf die Bühne, tanzt, heizt die Menge an, macht Selfies mit seinen Fans.
Und er will es gut machen in seiner einzigen Disko: „Wir achten hier sehr auf die Sicherheit, wir lassen keine Drogen zu und schauen, dass sich keiner komplett abschießt. Ich will einfach eine gute Party für alle.“ Deshalb sei auch die Frauenquote, laut Redo extrem hoch: „35 Prozent Männer, 65 Prozent Frauen“, sagt er stolz. Und tatsächlich scheint das Verhältnis auf der Party recht ausgeglichen. Lediglich beim bargeldlosen Zahlungskonzept läuft es an diesem Abend nicht ganz rund: Die Schlange an der Kasse zum Aufladen der digitalen „Redo-VIP-Card“ zieht sich zu Stoßzeiten über die halbe Tanzfläche.
Die neueste Geschäftsidee von Redo: „Bubensahne“-Likör
Trotzdem ist die Stimmung gut in der Disko am Bahnhof in Königs Wusterhausen. Stress gibt es keinen zu sehen, die Stimmung ist freundlich und locker – alle sind offensichtlich da, um Spaß zu haben. Und was René „Redo“ Dost unter Spaß versteht, kann man an diesem Abend auch trinken. Der heutige Abend ist der Markteinführung seines neuen Sahnelikörs gewidmet: „Bubensahne“ heißt er.
Und auch der ist typisch Redo: Der befremdliche Name seines Getränks stammt ursprünglich aus den Kommentaren seiner zahlreichen Gegner im Netz. Der Geschäftsmann und Medienprofi macht aber, was typisch für ihn ist. Er nimmt die Anfeindung gegen ihn auf, bläht sie zusätzlich auf und macht eine Geschäftsidee daraus. Sogar ein eigenes Lied hat er für den Sahne-Drink komponieren lassen. So irre das alles ist – es funktioniert. In seiner Disko in Königs Wusterhausen stehen hunderte junge Menschen vor der Bühne und singen „Bubensahne, Bubensahne!“


