Razzia bei Königs Wusterhausen
: Anti-Terror-Einsatz – Durchsuchungen in Zernsdorf und Berlin

In Zernsdorf, einem Ortsteil von Königs Wusterhausen, und in Berlin hat die Polizei wegen Terror-Unterstützung ermittelt. Ziel ist wohl ein pro-russischer Verein.
Von
dpa ,
Till Eichenauer,
Christian Heinig
Zernsdorf/Königs Wusterhausen
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Polizeieinsatz im Hamburger Westen: ARCHIV - 15.03.2024, Hamburg: Ein Polizist steht vor einem Einsatzfahrzeug der Polizei. (Symbolbild) (zu dpa: «50-jähriger Sohn bedroht Vater mit Messer - SEK-Einsatz») Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Zernsdorf, ein Ortsteil von Königs Wusterhausen, gibt es einen größeren Polizei-Einsatz. (Symbolbild)

Marcus Brandt/dpa
  • Größerer Polizeieinsatz in Zernsdorf, einem Ortsteil von Königs Wusterhausen.
  • Einsatz unter Leitung des Generalbundesanwaltes, Hintergründe noch unklar.
  • Keine offiziellen Angaben von Polizei oder BKA.
  • Anwohner sah am frühen Morgen BKA-Ermittler und Polizisten.
  • Erste Berichte von "B.Z.".

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) hat es einen größeren Polizeieinsatz gegeben. Er läuft nach Informationen von MOZ.de unter Leitung des Generalbundesanwaltes. Es soll um den Vorwurf der Unterstützung einer Terrororganisation im Ausland gehen.

Laut RBB soll ein Verdächtiger mutmaßlich illegal Waren in die von Russland unterstützen Separatisten-Gebiete Republik Donezk und Lugansk transportiert haben.

Auf Anfrage teilte die Bundesanwaltschaft mit, dass keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden habe. „Es handelte sich nur um eine Durchsuchung. Es gab keine Festnahmen“, so eine Sprecherin.

Die Güter, die in die Ost-Ukraine verbracht wurden, sollen demnach nicht nur für die Zivilbevölkerungen, sondern auch für pro-russische Milizionäre in der Region bestimmt worden sein. „Daher stammt der Vorwurf der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung.“

Laut der Süddeutschen Zeitung sollen auch weitere Objekte in Berlin und Brandenburg durchsucht worden sein, darunter das Büro des pro-russischen Vereins „Friedensbrücke – Kriegsopferhilfe e. V.“ in Berlin-Friedrichshain. Der Verein war im Jahr 2015 in Wandlitz (Landkreis Barnim) gegründet worden. Gegen zwei Mitglieder des Vereins hat der Generalbundesanwalt Haftbefehle erlassen, die jedoch nicht vollstreckt werden konnten, da sich beide Verdächtigen nach Medienberichten derzeit in Russland aufhalten.

Stadt Königs Wusterhausen bestätigt Polizei-Einsatz

Die Stadt Königs Wusterhausen bestätigte den Einsatz in Zernsdorf auf Nachfrage, konnte zu Einzelheiten allerdings keine Angaben machen. Vertreter des Ordnungsamtes seien vor Ort gewesen, sagte eine Sprecherin – als Zeugen. „Am Einsatz beteiligt sind sie aber nicht.“

Ein Anwohner schilderte der dpa im Ortsteil Zernsdorf, dass er am frühen Morgen BKA-Ermittler und andere Polizisten gesehen habe.

Die „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk sind von Russland unterstützte, aber international nicht anerkannte Separatisten-Gebiete im Osten der Ukraine. Sie wurden 2014 nach Kämpfen und umstrittenen Referenden von prorussischen Kräften ausgerufen. Die Gebiete sind Schauplatz anhaltender Konflikte und spielen eine zentrale Rolle im russisch-ukrainischen Krieg.