S-Bahn in Königs Wusterhausen
: 10-Minuten-Takt auf der S46 für Berlin-Pendler? Die Prognose

Die neue Bahnbrücke über den Nottekanal in Königs Wusterhausen verspricht mehr Regionalbahnen für Pendler. Zum 10-Minuten-Takt auf der S46 gab es zum Baubeginn ebenfalls eine klare Prognose.
Von
Till Eichenauer
Königs Wusterhausen
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Detlef Tabbert, Alexander Kaczmarek, Christoph Heuing, Arne Herz treffen sich in Königs Wusterhausen an der Baustelle der Brücke über den Nottekanal.

Besuch in Königs Wusterhausen: Arne Herz (l.), Staatssekretär für Verkehr in Berlin, Alexander Kaczmarek, DB-Konzernbevollmächtigter und Detlef Tabbert, Brandenburgs Minister für Infrastruktur, stehen auf den Gleisen am Bahnhof Königs-Wusterhausen, mit Blick auf die Brückenbaustelle über den Nottekanal.

Till Eichenauer
  • Bahnbrücke über den Nottekanal in Königs Wusterhausen wird bis 2027 um sieben Meter verbreitert.
  • Ziel: Mehr Regionalzüge (RE2, RE7, RB22) und bessere Güterverkehrskapazität.
  • Kein zweites Gleis für die S46 – 20-Minuten-Takt bleibt mittelfristig bestehen.
  • Projekt ist Teil von „i2030“, Kosten: 10,3 Millionen Euro aus „Investitionsgesetz Kohleregionen“.
  • Bauarbeiten führen zu Ausfällen bei S-Bahn und Regionalbahn in den kommenden Wochen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein „Engpass in der Schieneninfrastruktur“ soll in Königs Wusterhausen endlich beseitigt werden: die Eisenbahnbrücke über den Nottekanal. Nördlich des KWer Bahnhofs soll die Brücke verbreitert werden, denn bisher stand nur ein Gleis für den Regionalverkehr zur Verfügung. In der Folge müssen Regionalzüge, die in Richtung Cottbus oder Berlin unterwegs sind, derzeit an dieser Stelle aufeinander warten.

Damit soll bald Schluss sein, denn die Brücke soll verbreitert werden. Dann können Regionalzüge RE2, RE7 und RB22, die von Norden auf Gleis 1 ankommen, einfahren, während zeitgleich Züge aus Süden auf Gleis 3 hinausfahren. Zudem soll so die Kapazität des Güterverkehrs verbessert werden.

Um das neue Gleis zu verlegen, muss die Brücke um sieben Meter verbreitert werden. Für den feierlichen Baustart sind die großen Entscheider in Sachen Verkehr nach Königs Wusterhausen gekommen: darunter Alexander Kaczmarek, DB-Chef in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern und Detlef Tabbert, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg.

Kein neues Gleis für die S-Bahn-Linie 46

Alexander Kaczmarek freut sich, dass bald der „Schienenverkehr rund um Königs-Wusterhausen flexibler und damit attraktiver“ wird. Die Frage, ob mit dem Brückenneubau nun auch ein zweites Gleis für die S-Bahn-Linie 46 kommt, verneint der Manager: „Bei der S-Bahn ändert sich nichts, die bleibt eingleisig.“ Das zweite S-Bahn-Gleis wäre notwendig, um einen 10-Minuten-Takt auf der Strecke zwischen Berlin Westend und Königs Wusterhausen zu etablieren, den sich viele Pendler wünschen. So könnten sie ohne Wartezeit nach Berlin, aber auch in die Gemeinden entlang der Linie kommen, doch daraus wird erst mal nichts.

Detlef Tabbert, Alexander Kaczmarek, Christoph Heuing, Arne Herz treffen sich in Königs Wusterhausen an der Baustelle der Brücke über den Nottekanal.

Arne Herz (l.), Alexander Kaczmarek und Detlef Tabbert inspizieren die Brückenbaustelle über den Nottekanal in Königs Wusterhausen.

Till Eichenauer

Ein solcher Ausbau wäre „ein anderes Projekt“, das bei der aktuellen Baumaßnahme nicht geplant sei, so Kaczmarek. Zudem müsse dann auch der Bahnhof aufwändig umgebaut werden, da es keinen zweiten Bahnsteig für die S-Bahn gibt, der aber nötig wäre.

Das bestätigt auch Brandenburgs Verkehrsminister, Detlef Tabbert am Rande der Veranstaltung am Bahnhof: „Am 20-Minuten-Takt der S46 nach Königs Wusterhausen wird sich mittelfristig nichts ändern.“ Zwei S-Bahn-Gleise könne man bei diesem Umbau nicht auf die Brücke bekommen. „Und in den nächsten fünf Jahren werden wir die Sache baulich nicht wieder anfassen können“, so Tabbert weiter. Ein möglicher Ausbau würde dann inklusive Planung wieder mehrere Jahre dauern.

Tabbert will aber auf die positiven Aspekte hinweisen: „Es kommen bald mehr Regionalzüge – drei Stück in der Stunde. Es gibt also ab 2027 eine bessere Verbindung nach Berlin, auch wenn die Regios nicht so kleinteilig halten wie die S-Bahn.“

Das Bauvorhaben ist Teil des Infrastrukturprogramms „i2030“. Finanziert wird das Projekt am Nordkopf des Königs Wusterhausener Bahnhofs im Rahmen des „Investitionsgesetzes Kohleregionen“ mit 10,3 Millionen Euro. Der Ausbau der Brücke wird in den kommenden Wochen zu Ausfällen bei der S-Bahn und der Regionalbahn führen.

20-Minuten-Takt auf der S46

Die S-Bahn-Linie S46 verbindet Königs Wusterhausen mit Berlin-Westend.

Seit 1992 fährt sie ab Königs Wusterhausen und Westend im 20-Minuten-Takt.

Seit Ende 2022 verkehrt die S46/S8 fast im 10-Minuten-Takt ab Wildau.

Der Grund: Die eingleisige Streckenführung zwischen Königs Wusterhausen und Zeuthen. Auf diesem Abschnitt können Züge nicht gleichzeitig in beide Richtungen fahren, was die Taktung im letzten Abschnitt einschränkt.

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