S-Bahn nach KW
: Funkloch zwischen Grünau und Eichwalde – das sagen Fahrgäste

Bei der Berliner S-Bahn gibt es auf den Linien S46 und S8 nach Königs Wusterhausen und Wildau Empfangsprobleme mit dem Handy. Ist Besserung in Sicht?
Von
Maria Häußler
Grünau
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Funkloch in der Berliner S-Bahn: Zwischen den Bahnhöfen Grünau und Eichwalde (S46 und S8) bricht plötzlich das Gespräch ab. Die Autorin begibt sich auf Spurensuche.

Maria Häußler
  • Mobilfunkprobleme auf der S46 und S8: Funkloch zwischen Grünau und Eichwalde.
  • Fahrgäste berichten über schlechte Telefon- und Internetverbindung in diesem Abschnitt.
  • Dichte Bewaldung und Metallkonstruktion der S-Bahn beeinträchtigen das Signal.
  • Mobilfunkanbieter planen keine kurzfristige Verbesserung.
  • Bis 2025 soll Mobilfunknetz auf 5G umgestellt werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die S-Bahn beschleunigt, Wälder ziehen vorbei und plötzlich bricht das Telefongespräch ab: Auf der Strecke der S46 nach Königs Wusterhausen sowie der S8 nach Wildau gibt es ein Funkloch. Insbesondere zwischen Eichwalde und Grünau funktioniert weder das Telefonieren, noch die Internetverbindung zuverlässig.

Besonders ärgerlich ist das für Pendler. Auf dem Weg zur Arbeit am Smartphone Zeitung lesen, Musik hören oder einen Arzttermin per Handy vereinbaren? Das funktioniert zwar, aber nicht überall. Wichtige Gespräche sollte man zwischen Grünau und Eichwalde daher wahrscheinlich eher vermeiden.

Fahrgäste berichten von schlechter Verbindung bei Grünau

Gleich mehrere Fahrgäste berichten von Problemen mit der Mobilfunkverbindung auf dem Abschnitt, wie eine Umfrage zeigt. Und nicht nur da. Am Bahnsteig in Eichwalde sitzen zwei Männer in weißer Malerkleidung. „In Zeuthen ist es Mist – und zwischen Eichwalde und Grünau geht gar nichts“, antwortet Dennis, auf die Verbindung während der Fahrt mit der S46 angesprochen. In Zeuthen sei das Internet schlecht, während das Funkloch bei Grünau auch das Telefonieren betreffe. Auf die Nachfrage, ob sich das auf die Stoßzeiten bezieht, antwortet er mit Nachdruck: „Auch um die Mittagszeit, einfach immer“. Sein Kollege Andres bestätigt das.

Manfred Nussbaumer wartet am S-Bahnhof Eichwalde ebenfalls auf die Bahn. Er fährt von hier aus Richtung Berlin. Auch ihm ist aufgefallen, dass sein Telefon zwischen Eichwalde und Grünau nicht funktioniert. „Ja, da gibt’s so eine Stelle, da ist keine Verbindung“, sagt er. „Da ist für ne' ganze Weile das Internet weg. Telefonieren geht auch nicht.“

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Manfred Nussbaumer fährt häufig mit der S46. Am S-Bahnhof Eichwalde erzählt er von der schlechten Internetverbindung.

Maria Häußler

Der 22-jährige Leif Müller steht in schwarzen Arbeitshosen am Bahnsteig in Grünau. „Das Netz ist dort immer weg“, sagt er und meint den Abschnitt zwischen Grünau und Eichwalde. „Ich glaube tatsächlich die Telefonverbindung und das Internet.“ Müller sagt zwar, dass er um die Mittagszeit nicht oft unterwegs sei, aber am späteren Nachmittag gegen 16 Uhr wäre das „immer“ der Fall.

Bahnfahrt nach Grünau: „Die Musik geht aus“

Der 47-jährige Matthias tippt gerade etwas in sein Handy. Nach der Mobilfunkverbindung zwischen Königs Wusterhausen und Grünau gefragt, antwortet er, dass bei Eichwalde die Verbindung schlecht sei. „Die Musik geht dann immer aus“, sagt er.

Eine Frau, die ihren Namen nicht nennen will, vermutet, die Verbindungsprobleme hätten mit ihrem  Mobilfunkanbieter zu tun, hinter dem Vodafone stehe. „Vielleicht muss ich mal wechseln“. Die Autorin dieses Textes hat allerdings mit O2 dieselbe Erfahrung gemacht. Auf der Rückfahrt nach Berlin bleibt die S-Bahn vor Grünau ein paar Minuten lang stehen – glücklicherweise erst nach dem Funkloch.

Gibt es genügend Mobilfunkmasten bei Eichwalde und Grünau?

Ein Pressesprecher der Telefónica Germany GmbH (O2) sagt, dass die Firma den besagten Streckenabschnitt bei Grünau über mehrere Mobilfunkstandorte versorgt. „Unsere Kundinnen und Kunden können daher in der Regel reibungslos mobil telefonieren und ihre digitalen Anwendungen nutzen“, teilt Sprecher Florian Streicher mit. Die mitgelieferte Karte zeigt Standorte in Eichwalde, am Ortsrand von Grünau sowie an der Straße Adlergestell im Norden. Allerdings ist im Berliner Stadtforst keiner eingezeichnet, durch den die S-Bahnstrecke der Linien S46 und S8 führt.

Mobilfunkstandorte um Eichwalde.

Mobilfunkstandorte um Eichwalde.

Screenshot O2/ Maria Häußler

Georg von Wagner, Pressesprecher der Telekom, betont ebenfalls, dass die Strecke zwischen Grünau und Eichwalde durch drei Mobilfunkstandorte versorgt werde. Trotzdem komme es zu Einschränkungen. „Bedingt durch die dichte Bewaldung dieses Gebietes, das die S-Bahnlinie durchfährt, kommt es zu Beeinträchtigungen in der Mobilfunkversorgung, da das Signal durch die dichte Bewaldung gedämpft wird“, sagt er. Eine weitere Ursache sei die Metallkonstruktion der S-Bahn, durch die das Mobilfunksignal nicht optimal bei den Fahrgästen ankomme.

Wünschenswert wäre laut Telekom-Sprecger Wagner, wenn die Berliner Senatsumweltverwaltung Einfluss auf den Berliner Forst nehme. „Diese der Senatsumweltverwaltung nachgeordnete Behörde tut sich schwer mit Genehmigungen für Mobilfunksendeanlagen.“ Laut der Gigabit-Richtlinie sei es Ziel, bis Ende 2025 neben Haushalten und Unternehmensstandorten auch oberirdische Verkehrswege komplett mit dem Mobilfunk der neuesten Generation (5G) zu versorgen.

Ob es auch für die S-Bahn so kommt – man darf gespannt sein. Viele Pendler, vor allem auch auf der Strecke der S46 und S8 Richtung Königs Wusterhausen und Wildau, hätten sicher nichts dagegen.

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