Streik bei BVG
: Zweitägiger ÖPNV-Warnstreik in Berlin

Der Nahverkehr in Berlin kommt erneut zum Erliegen. Verdi hat im Tarifstreit mit der BVG zum zweiten Warnstreik aufgerufen. Der Arbeitskampf betrifft nicht nur die Hauptstadt.
Von
dpa
Berlin
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BVG-Mitarbeiter stehen während eines Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) vor dem Betriebshof Lichtenberg. Ein erneuter Streik für zwei Tage bahnt sich an.

Sebastian Gollnow/dpa
  • Verdi ruft in Berlin zu zweitägigem ÖPNV-Warnstreik auf: Freitag bis Samstag, 48 Stunden.
  • Busse, Trams, U-Bahnen der BVG bleiben in Depots; S-Bahn/Regionalverkehr nicht betroffen.
  • Streik startet Frühschicht Freitag, endet mit Nachtschicht Sonntagfrüh.
  • Verdi: BVG/KAV verweigern echte Verhandlungen; fordert u. a. mehr Urlaub, 11 Std. Ruhezeit.
  • BVG kritisiert „unverhältnismäßige Eskalation“; bundesweit weitere Warnstreiks teils eintägig.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Gewerkschaft Verdi hat in Berlin zum nächsten Ausstand im Nahverkehr aufgerufen. Am Freitag und Samstag (27. und 28. Februar) sollen Busse, Trams und U-Bahnen bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) für 48 Stunden in den Depots bleiben, wie die Gewerkschaft mitteilte. Es ist der zweite Warnstreik in der laufenden Tarifrunde. Der von der Deutschen Bahn betriebene S-Bahn- und Regionalverkehr ist nicht betroffen.

„Der Streik beginnt mit der Frühschicht am Freitag und endet mit dem Ende der Nachtschicht Sonntagfrüh“, teilte Verdi mit. Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) und die BVG hätten in den bisherigen drei Gesprächsrunden den Einstieg in echte Verhandlungen verweigert, betonte die Gewerkschaft. Deshalb rufe Verdi nun zum Arbeitskampf auf.

Die BVG kritisierte die Maßnahme als „völlig unverhältnismäßige Eskalation“. Die Verhandlungen in der Hauptstadt lägen im vereinbarten Zeitplan. „Und trotzdem eskaliert Verdi Berlin, um einer bundesweiten Verdi-Dramaturgie zu folgen, ohne die Berliner Realität anzuerkennen.“

Warnstreik in fast allen Bundesländern ausgerufen

Verdi hat nicht nur in Berlin, sondern auch in fast allen anderen Bundesländern zu Warnstreiks aufgerufen. Mancherorts dauert der Arbeitskampf lediglich einen Tag.

Es ist der zweite bundesweite Ausstand in der laufenden Tarifrunde, die Verdi parallel in allen 16 Ländern führt. Anfang Februar kam deshalb auch der Berliner Nahverkehr weitgehend zum Erliegen. Forderungen und Tarifinhalte sind aber unterschiedlich.

In den bisherigen drei Verhandlungsrunden in Berlin gab es bisher keine Annäherung. Verhandelt wird in der Hauptstadt nicht über mehr Geld, sondern über den sogenannten Manteltarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten regelt. 

Die Arbeitnehmerseite fordert unter anderem mehr Urlaubstage, eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden sowie mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage. „Bei den Wendezeiten geht es nicht nur um Würde, sondern auch um Gesundheitsschutz. Alle wissen, wie belastend es ist, bei einer vollen Blase nicht aufs Klo gehen zu können“, teilte Verdi mit.

Die Arbeitgeberseite fordert von der Gewerkschaft, ihre Forderungen stärker zu priorisieren, um dann über die wichtigsten Punkte in die inhaltlichen Gespräche einsteigen zu können. Verdi wiederum pocht auf ein erstes Angebot der BVG.