Studium an der TH Wildau: Was Studenten an ihrer Hochschule schätzen und was nicht

Studium an der TH Wildau: Hamza aus Indien schließt sein Studium bald ab. Was hält er vom Essen in der Mensa?
Maria Häußler- Hamza aus Indien studiert European Business an der TH Wildau.
- Er schätzt internationale Events, kritisiert jedoch das Mensa-Essen.
- Daniel aus Berlin lobt die Mensa und Bibliothek; zog wegen Einsamkeit nach Berlin zurück.
- Emely aus Königs Wusterhausen studiert Biosystemtechnik, wohnt im „Studentenghetto“.
- Nico, BWL-Student, wechselte von der Europa-Universität Viadrina, kritisiert Prüfungsinhalt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Auf dem Campus der TH-Wildau ist Musik zu hören. Studierende strecken ihr Gesicht in die Sonne, plaudern und essen. Sie sind wegen des internationalen Nachmittags an der Hochschule hier, an dem Studierende ihre Heimatländer mit kulinarischen Spezialitäten und traditionellen Accessoires in der Halle 17 vorstellen.
Andere laufen eilig über das Gelände, um ihre S-Bahn noch zu erwischen oder weil sie spät dran sind zur Vorlesung. Ein paar haben aber auch Zeit für ein Gespräch darüber, wie ihr Studium so läuft, was sie besonders an der Hochschule schätzen und was man noch verbessern könnte.
Der 28-jährige Hamza aus Indien studiert European Business. Zurzeit schreibt er seine Abschlussarbeit. Hamza kommt gerade vom internationalen Nachmittag und erzählt, dass es viele Events gibt, bei denen er Kontakte knüpfen kann. Er wohnt im Studentenwohnheim vor Ort. „Die Leute dort kommen von überall her“, sagt er.
Hamza ist mit einer Tutorin unterwegs, die die Bewohner aus dem Wohnheim unterstützt und Veranstaltungen organisiert – vor allem für Studierende aus dem Ausland. Sie sagt, sie bekomme wenig Geld, dafür aber andere Vorteile. Sie könne zum Beispiel länger als üblich im Wohnheim wohnen. Hamza nennt nur einen Nachteil an der TH-Wildau: „Meistens ist das Essen in der Mensa nicht gut.“
Essen an der Uni: an der TH Wildau gibt es Mensa-Fans
Der 20-jährige Daniel aus Berlin sieht das anders. „Die Mensa ist krass“, sagt er. „Die Preise sind angemessen und das Essen auch ziemlich lecker.“ Besonders gut an der Hochschule findet er den Zugang zur Bibliothek, der mit einem Hochschul-Ausweis rund um die Uhr möglich ist. „Das heißt, selbst wenn niemand an der Rezeption ist, kannst du dort chillen und lernen.“ Eigentlich wollte Daniel in Berlin studieren. Das war aber wegen des hohen NC für ihn nicht möglich. Die TH-Wildau war also eine „Ersatzoption“, wie er selbst sagt.
Daniel hatte zu Beginn seines Studiums eine Wohnung in der Nähe des Campus. „Aber hier war richtig wenig los“, sagt er. „Das hat mich auf Dauer ein bisschen depressiv gemacht. Ich komme ja aus Berlin.“ Dorthin zog er dann auch wieder zurück. Ein paar Kontakte habe er trotzdem geknüpft, erzählt Daniel. Er deutet auf die Seite rechts vom S-Bahnhof. „Hier ist so eine Bar, in der man sich einmal in der Woche connecten (vernetzen) kann“, sagt er. Auch bei der Einführungswoche habe er Kommilitonen aus verschiedenen Studiengängen kennengelernt.
Es gebe ein paar Dozenten, die „ein bisschen einen Knacks“ haben. „Ich hatte richtig Stress mit einem Dozenten, der mich nicht für die Prüfung zulassen wollte, weil ich ein paar Minuten zu spät gekommen bin“, erzählt er. „Obwohl er andere, die zu spät gekommen sind, auch zugelassen hat.“ Das habe er dem Prüfungsausschuss gemeldet. Dieser habe Daniel recht gegeben und einen Prüfungsversuch zugeschrieben. „War auf jeden Fall cool vom Prüfungsausschuss“.
Am 24. Mai ist an der TH Wildau Hochschulinformationstag, also Tag der offenen Tür. Von 10 bis 15 Uhr haben Interessierte die Gelegenheit, während der Campusführungen die Labore und Wohnheime zu sehen. Bei Einführungen in verschiedene Studiengänge schnuppern die zukünftigen Studenten Hörsaalluft und haben die Gelegenheit zu erfahren, ob ihr Wunschstudiengang wirklich so spannend ist. Außerdem ist das eine gute Gelegenheit, von Studierenden und Dozenten aus erster Hand mehr über die TH Wildau zu erfahren.
„Studentenghetto“ bei der TH Wildau
Die 19-jährige Emely kommt ursprünglich aus Königs Wusterhausen und hat sich auch aufgrund der Nähe zur Heimatstadt für die TH Wildau entschieden. Emely studiert Biosystemtechnik. In den Vorlesungen seien sie nur 13 Studierende. „Man kann besser Fragen stellen. An der Universität sind immer so viele. Meine Freundin studiert an der FU.“ Dafür falle dann aber auch schnell auf, wenn man nicht da sei oder zu spät komme. Emely wohnt in einem „Studentenghetto“ in Wildau, wie sie es nennt. „Kein Wohnheim, aber dort wohnen nur Studierende“, sagt sie. „Im Wohnheim gibt es lange Wartezeiten, habe ich gehört.“ Die Vermieter in ihrer Wohngegend seien dagegen schnell erreichbar.
Der 22-jährige BWL-Student Nico hat vorher an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) studiert. Er erzählt, dass er nach Wildau gewechselt sei, weil in Frankfurt (Oder) ein Auslandsjahr Pflicht sei. „Das war in der Coronazeit“, erklärt er. Die bestandenen Kurse konnte er größtenteils anrechnen lassen. Nico kann gut vergleichen: „Hier hat man einen vorgegebenen Stundenplan, weil es eine Hochschule ist und keine Universität“, sagt er. „Das ist entspannter. Und das Essen in der Mensa ist auch besser.“
Nicos Kritik an der TH Wildau bezieht sich nicht auf die Hochschule, nur auf einzelne Lehrende. „In der Prüfung kamen teilweise Sachen dran, die wir gar nicht gelernt haben“, erzählt er. „In Mathe oder Steuern hatten wir über 90 Prozent Durchfallquote. Die Prüfungen sind wirklich auch hart.“

