Tiere in Königs Wusterhausen: Diese Software-Entwicklerin frisiert lieber Hunde

Yagna bietet in Königs Wusterhausen kostenlose Tierbetreuung an.
Maria Häußler- Eine Inderin in Königs Wusterhausen betreut kostenlos Hunde und Katzen von Nachbarn.
- Sie gab ihren Job als Software-Entwicklerin auf, um Hundefriseurin zu werden.
- Ihre Intensivausbildung im Hundesalon in Berlin dauerte 80 Stunden und kostete 4000 Euro.
- In Berlin betreute sie bereits Tiere und brachte zwei gerettete Katzen aus Indien mit.
- Sie sucht nun Schützlinge vor Ort – langfristig träumt sie von einem eigenen Hundesalon.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Yajnaseni Neelabh aus Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) hat eine Anzeige bei Facebook gepostet. Sie will Hunde und Katzen betreuen und das ganz ohne Gegenleistung. „Ich stehe morgens und abends zur Verfügung, um mich um Ihre vierbeinigen Freunde zu kümmern, wenn Sie im Urlaub sind“, schreibt sie. „Und ich verlange dafür kein Geld, da ich es ohne Erwartungen tue.“ Bei einem Orangensaft im Mühlencafé erzählt sie, wie es dazu kam.
Die 40-jährige Neelabh will gerne Yagna genannt werden. Sie hat ein glucksendes Lachen, grüne Augen und sie trägt einen Pullover mit Herzen. Immer wieder spricht die Tiersitterin davon, wie tierlieb die Menschen in Berlin und Königs Wusterhausen sind.
Yagna kommt aus Indien. Sie ist in Kalkutta aufgewachsen und hat in Bangalore gearbeitet. 2020 ist die Tierliebhaberin mit ihrem Mann nach Berlin gekommen, 2025 zog es sie dann nach Königs Wusterhausen. „Ich mag die Ruhe“, sagt sie. „Und die Natur“.
Tiersitterin will Hundesalon in Königs Wusterhausen eröffnen
Die Inderin spricht fließend Deutsch, entschuldigt sich aber mehrmals für sprachliche Fehler. Manchmal sagt sie ein Wort auf Englisch und fragt nach der Bedeutung. Wegen ihres Jobs fehlte ihr die Zeit für einen Sprachkurs, erzählt sie, und bei der Arbeit habe man sich auf Englisch unterhalten.
Yagna sagt, sie liebt Tiere. So sehr, dass sie ihren Job als Software-Entwicklerin kürzlich an den Nagel hing, um Hundefriseurin zu werden: „18 Jahre lang habe ich in dem Beruf gearbeitet“, erzählt Yagna. „Das hat mir auch Spaß gemacht. Aber ich möchte etwas beitragen, damit die Tiere ein gutes Leben haben.“ Die 80-stündige Ausbildung als Intensivkurs in einem Hundesalon in Berlin habe 4000 Euro gekostet. „Die habe ich selbst bezahlt“, sagt sie.
Ihr Mann unterstütze sie, er sei auch ein Tierliebhaber. Die Eltern seien dagegen nicht begeistert. Ob sie das mit den Tieren nicht nebenbei machen könne, sei eine ihrer Fragen gewesen.
Ehrenamt in einer Tierrettungsstation
Das tue sie bereits seit ein paar Jahren, so Yagna. In Berlin hätten ihr viele Nachbarn ihre Vierbeiner anvertraut, wenn sie in den Urlaub fuhren. In Königs Wusterhausen sei sie dagegen noch auf der Suche nach Schützlingen. Yagna zeigt Fotos von Hunden, die sie betreut hat, und von ihren eigenen Katzen. Kater „Gunu“ fehlen Zehen an beiden Vorderpfoten.
Yagna glaubt, dass er in Indien misshandelt worden ist. Er komme aus einer Tierrettungsstation, in der sie ehrenamtlich gearbeitet hat. Genau wie Eva, ihre zweite Katze. Die beiden habe sie mit nach Deutschland gebracht.

Yagna betreute in Berlin bereits Hunde und Katzen. Rechts sieht man ihre eigenen Katzen, die sie mit nach Deutschland gebracht hat.
Yajnaseni NeelabhTiere würden in Indien häufiger sinnlos gequält, erzählt Yagna. Auf die Frage hin, ob das nicht dem hinduistischen Glauben widerspricht, neigt sie den Kopf. „Manche Leute sind so und andere so“, sagt sie und schiebt ihr Smartphone über den Tisch. Es zeigt den Bericht über einen Fall, bei dem in Indien mindestens 300 Straßenhunde getötet worden sein sollen. Sie höre ständig von solchen Dingen, so Yagna.
In Indien sei es nicht normal, Haustiere zu halten. „In Deutschland hat fast jede Familie ein Tier“, sagt Yagna und strahlt. „Das ist so lieb!“ Dass sie für die Betreuung kein Geld verlangt, sei für sie selbstverständlich. „Als Gesellschaft müssen wir einander helfen“, sagt sie. Misstrauen sei ihr wegen des kostenlosen Angebots nicht begegnet.
Yagna sagt, sie habe auch selbst kein Problem, ihren Schlüssel einem Nachbarn zu geben, wenn sie wegfährt. „Ich traue allen Tierliebhabern. Sie können keine schlechten Menschen sein.“ Auch deshalb fühle sie sich in Deutschland sicherer. Bevor die Tiersitterin ein Tier betreut oder jemand auf ihre Katzen aufpasst, will sie sich trotzdem einmal treffen. Dann spreche man über die Bedürfnisse des Haustiers und was sonst zu beachten sei.
Seit zwei Tagen sei die Ausbildung als Hundefriseurin abgeschlossen, sagt die 40-Jährige. Jetzt beginne die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Yagna träumt davon, irgendwann einen eigenen Hundesalon zu eröffnen: „Vielleicht in Königs Wusterhausen“.

