Unfälle in Königs Wusterhausen
: Das sind die gefährlichsten Kreuzungen der Stadt

In Königs Wusterhausen wird es immer enger auf den Straßen. Menschen werden bei Unfällen schwer verletzt oder gar getötet. Einige Bereiche sind dabei besonders gefährlich.
Von
Till Eichenauer
Königs Wusterhausen
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Der Schlossplatz in Königs Wusterhausen – ein Unfall-Schwerpunkt in der Stadt

Der Schlossplatz in Königs Wusterhausen – hier kracht es besonders oft. Andere Unfallschwerpunkte liegen am Rand der Stadt.

Till Eichenauer
  • Königs Wusterhausen verzeichnet 13 Verkehrstote und 201 Schwerverletzte (2017–2024).
  • Schlossplatz, B179 und Autobahn A10 sind Unfallschwerpunkte; viele Unfälle durch Fahrfehler.
  • Pkw-Bestand im Kreis Dahme-Spreewald stieg seit 2012 um fast 20.000 Fahrzeuge.
  • Infrastruktur wächst langsamer als Verkehr; Polizei mahnt zu Vorsicht und Rücksicht.
  • Landkreis Dahme-Spreewald führt Brandenburgs Unfallstatistik an.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auf den Straßen im Speckgürtel fahren mehr und mehr Autos. Immer wieder kracht es – und nicht immer gehen die Unfälle glimpflich aus. In den letzten Jahren kamen viele Menschen im Stadtgebiet in Königs Wusterhausen zu Schaden. Polizeisprecher Maik Kettlitz fasst die traurige Unfall-Statistik der vergangenen acht Jahre zusammen: „Insgesamt gab es von 2017 bis 2024 13 Verkehrstote und 201 Schwerverletzte.“

Die tödlichen Unfälle forderten jeweils ein Opfer. Bei keinem Unfall kamen mehrere Personen zu Tode. Die 201 Schwerverletzten kamen bei 172 Verkehrsunfällen zustande, da in einigen Fällen mehrere Personen betroffen waren. Schwerverletzte sind laut Polizeistatistik Personen, die mindestens 24 Stunden zur stationären Behandlung in einem Krankenhaus aufgenommen wurden.

Die Zahlen beziehen sich auf Königs Wusterhausen mit allen Ortsteilen. In den Daten des Statistischen Bundesamtes werden die genauen Unfallorte registriert. Legt man die Marker von Unfällen mit Toten (rot) und Schwerverletzten (blau) aus den Jahren 2017 bis 2023 auf eine Karte, lassen sich einige Unfallschwerpunkte erahnen.

Königs Wusterhausen: Schlossplatz und B179 besonders gefährlich

Maik Kettlitz von der Polizeidirektion Süd erklärt, dass die Verkehrsunfallkommission immer wieder besonders gefährliche Stellen im Straßenverkehr identifiziert und versucht diese sicherer zu machen. Die Kommission besteht aus Vertretern verschiedener Behörden, wie dem Straßenverkehrsamt, der Polizei und der Verkehrswacht. Aktuell stehen zwei sogenannte Unfallhäufungsstellen im Fokus.

Zum einen die Ampel-Kreuzung Berliner Straße, Schlossstraße, Potsdamer Straße: „Dort haben wir im Jahr 2024 13 Unfälle gezählt, davon drei mit Personenschäden, alle leicht verletzt. Und in diesem Jahr sind es auch schon wieder vier Unfälle.“ Laut Daten des Statistischen Bundesamtes kam an dieser Kreuzung zuletzt 2019 ein Pkw-Fahrer ums Leben. Bereits seit 2018 wird die Stelle von der Polizei durchgehend als besonders gefährlich eingestuft.

Der zweite Kreuzungsbereich, den die Polizei seit zwei Jahren genauer beobachtet, ist die Ampel-Kreuzung auf der B179 und der Chausseestraße im Westen der Stadt. Allein im Jahr 2023 gab es dort sieben Unfälle, zwei davon mit Personenschaden. 2024 waren es sechs Unfälle, davon drei mit Personenschaden. Auch der Kreuzungsbereich weiter nördlich, auf der B179 und dem Darwinbogen, verzeichnet laut Polizei zuletzt überdurchschnittlich viele Unfälle.

Die drei Ampel-Kreuzungen wurden laut Maik Kettlitz begutachtet und angepasst. Die Schaltung der Lichtanlagen sei aber bereits „ausoptimiert“ und die Unfälle im Einzelfall, gerade solche mit Personenschaden, seien überwiegend auf Unachtsamkeit oder persönliche Fehler der Fahrzeugführer zurückzuführen. „Solche Fehler kann man leider nur schwer verhindern und auch mit baulichen Veränderungen kaum Einfluss nehmen.“

Königs Wusterhausen: Besondere Situation im Speckgürtel

Auch der Abschnitt der Autobahn A10, die durch das Stadtgebiet von Königs Wusterhausen führt, ist ein Unfallschwerpunkt. 16 Unfälle mit Schwerverletzten und vier Todesfälle haben sich auf dem Abschnitt der A10 zwischen 2017 und 2024 dort zugetragen. Insgesamt sei die Situation in Königs Wusterhausen durch die Lage im Speckgürtel von Berlin eine besondere, sagt Maik Kettliz.

Zugelassene Pkw im Landkreis Dahme-Spreewald steigen

Laut Daten des Kraftfahrtbundesamtes wird es tatsächlich immer voller auf den Straßen. Im Landkreis Dahme-Spreewald ist der Bestand an Kraftfahrzeugen seit 2012 um fast 20.000 gestiegen.

  • 2012: 91.207
  • 2017: 100.078
  • 2021: 105.550
  • 2025: 110.732

Auch im Jahr 2024 ist er Pkw-Bestand in Brandenburg insgesamt um 0,8 Prozent gestiegen, während er in Berlin um 0,9 Prozent gesunken ist.

Die Infrastruktur wachse nicht im gleichen Tempo wie die Bevölkerung und der Verkehr: „Das heißt auf ähnlich viel Straßenfläche quetschen sich einfach immer mehr individueller und gewerblicher Verkehr. Und der ÖPNV reicht nicht aus, um das zu kompensieren.“ Gerade wenn die Autobahn einmal dicht ist, werde es besonders eng in und um Königs Wusterhausen, so Kettlitz.

Unfall-Statistik: Dahme-Spree auf traurigem 1. Platz

Deshalb appelliert der Polizeisprecher, speziell auf schwächere Verkehrsteilnehmer wie Kinder, ältere Menschen und Nutzer von E-Rollern zu achten. Unfälle vermeiden Autofahrer am besten, indem sie Abstand halten und die Geschwindigkeit reduzieren, insbesondere in unübersichtlichen Situationen. „Lieber einmal mehr bremsen und sich kurz ärgern, als einen Zusammenstoß riskieren“, lautet der Rat der Polizei.

Laut der aktuellen Statistik zu Straßenverkehrsunfällen im Land Brandenburg für April 2025 liegt der Landkreis Dahme-Spreewald (LDS) auf dem traurigen ersten Platz. Laut Statistik ereigneten sich demnach 536 Unfälle insgesamt, als auch bei 86 Unfälle mit Personenschaden. Und das, obwohl der Landkreis LDS nach der Einwohnerzahl in Brandenburg nur auf Platz 7 steht.

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