Abfallgebühren
: Jetzt ist sogar der Bauschutt teurer

Die Gebühren für Abriss-Reste sind in Ostprignitz-Ruppin neu kalkuliert werden. Der Bauboom sorgt für höhere Kosten.
Von
Christian Schönberg
Ostprignitz-Ruppin
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Teurere Entsorgung: Bauschutt-Deponieplatz ist knapp geworden.

MOZ/Christian Schönberg

Ursache ist laut Vize-Abteilungschef der zuständigen Kreisbehörde, Karsten Antoniewicz, der Bauboom, der auch mit mehr anfallendem Schutt einhergeht. Die Deponien der AWU-Abnehmer sind voll. „Sie müssen erweitern, was für sie mit zusätzlichen Kosten verbunden ist“, so Antoniewicz. Diese Kosten legen sie auf die mehrheitlich kreiseigene AWU um, die sie wiederum auf die Zubringer verlagert.

Hinzu kommen noch neue Gesetze. Teerpappe beispielsweise muss nun auf Asbest- und andere gefährliche Rückstände untersucht werden. Früher wurde sie einfach verfeuert. Aber in eingelagerten Steinmaterial sind häufig Asbest-Rückstände enthalten. Das untersuchen zu lassen, kostet die AWU zusätzliches Geld. Sollte Asbest gefunden werden, ist auch die Entsorgung wesentlich teurer, weil die Teerpappe nicht einfach verbrannt werden kann. Sie muss dann gesondert gelagert werden.

Die AWU deponiert nicht selbst, sondern hat Abnehmerbetriebe – zum Beispiel in Deetz am Trebelsee (Potsdam-Mittelmark). Aber sie fungiert als Abnehmer. So können Datschen-Inhaber und Kleinhandwerker den anfallenden Abrissrest im Temnitzpark an der A 24 loswerden. Dort ist wöchentlich jeden Werktag geöffnet. Auch in Scharfenberg und Strüwe bei Kyritz gibt es Abnahmestationen, die aber nur zu bestimmten Zeiten geöffnet sind. Großbetriebe greifen oft auf Spezial-Entsorger zurück. Der Landkreis nimmt mit seiner AWU auch nur bis zu 200 Kilogramm jährlich pro Anliefernden ab.

Doch nicht alles ist ab 1. Januar teurer geworden, was bei einem Abriss übrig bleibt und entsorgt werden muss. So ist beispielsweise Dämmmaterial mit Styropor mit dem Kohlenwasserstoff HBCD günstiger geworden – allerdings nur in geringer Menge. Ebenso kann der Dämmstoff mit FCKW-haltigem Styropor zu einem geringerem Preis abgeliefert werden. Zu solchen Spezial-Dämmmaterialien hatte es vor knapp zwei Jahren heftige Diskussionen gegeben, weil wegen einer neuen EU-Verordnung die Entsorgungspreise in die Höhe geschossen waren (RA berichtete). Jetzt kommt es sozusagen zu einer – vergleichsweise aber nur leichten – Preiskorrektur nach unten. Ob die allgemeinen Müllgebühren bald steigen oder sinken, wird sich erst ab Herbst zeigen. Sie werden je nach Kosten für die AWU regelmäßig neu kalkuliert.

Auswahl an neuen Gebühren

Die neuen Abfallgebühren:

■ Gemische aus Beton, Ziegeln und Ähnlichem: 6,30 Euro pro Anlieferung bis 0,1 Kubikmeter (m³) (zuvor: 6 Euro)

■ kohlenteerhaltige Bitumengemische und Teerpappe: 33,50 Euro bis 0,1 m³ sowie 67 Euro bis 0,2 m³ pro Anlieferung (zuvor 15,30 Euro bzw. 30,60 Euro)

■ andere Bitumengemische: 17,40 Euro bis 0,1 m³ bzw. 34,80 Euro bis 0,2 m³

■ Dämmmaterial mit gefährlichen Stoffen: 21,90 Euro pro Mineralfaser-Sack (zuvor 18,70 Euro)

■ Dämmmaterial mit HBCD-Styropor: 19 Euro je angeliefertem 0,1 m³ (zuvor 24,50 Euro)

■ Dämmstoffe mit FCKW-haltigem Styrodur: 19 Euro je angeliefertem 0,1 m³ (zuvor 29,50 Euro)

■ Wellasbest und andere asbesthaltige Stoffe: 5,60 Euro pro Anlieferung (zuvor 5,10 Euro)

■ Baustoffe auf Gipsbasis: 9,50 Euro pro 0,25 m³ (zuvor 9 Euro)

Preise ab gelieferten 100 Kilogramm sind entsprechend höher:

unter anderem:

■ Bauschutt 60,19 Euro (statt zuvor 57,81 Euro)

■ Bitumen mit Kohlenteer und Teerpappe: 640,85 Euro (statt zuvor 291,59 Euro)

■ Wellasbest: 148,76 Euro (zuvor 136,68 Euro)