Abschied
: Ein Ende nach fast 140 Jahren

Der Historische Verein der Grafschaft Ruppin wird aufgelöst und seine Besitztümer aufgeteilt.
Von
Siegmar Trenkler
Neuruppin
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Im vergangenen Jahr stellten Uli Bredow, Ulrich Gaebler und Peter Pusch (von links) vom Historischen Verein der Grafschaft Ruppin das Faltblatt vor, das acht Orte auflistet, an denen Fontane zu Lebzeiten anzutreffen war oder die anderweitig einen direkten Bezug zu seiner Familie hatten.

Siegmar Trenkler

Schon vor vier Jahren war der Verein knapp an diesem Schicksal vorbeigeschrammt. Lediglich der Einsatz des Stammtischs historisch Interessierter, die in die Bresche sprangen, rettete die Vereinigung. Diesmal aber fanden sich nur drei der satzungsmäßig geforderten vier Vorstandsmitglieder. Vor allem für den Vorsitz und den Posten des Schatzmeisters gab es keine Kandidaten. Das Geld des Vereins, das nach der Abwicklung übrigbleibt, soll zweckgebunden für Restaurationsarbeiten an den Tempelgartenverein gespendet werden. Darüber hinaus besitzt der Verein mehrere Kuphals, eine Grafik und ein Gemälde, die zusammen mit anderen Besitztümern wie etwa der Ehrenbürgerurkunde für Max Wiese der Stadt Neuruppin geschenkt werden sollen, um dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht zu werden. Auch die Bibliothek des Vereins soll übergeben werden. Die Protokolle von Sitzungen hingegen sollen dem Kreisarchiv vermacht werden.

Erstmals war der Verein 1881 gegründet worden, bestand in seiner jetzigen Form aber erst seit der Neugründung 1990. Er hatte sich der Unterstützung des städtischen Museums und anderer gemeinnütziger Einrichtungen verschrieben, künstlerische, kulturgeschichtliche und naturkundliche Gegenstände erworben und diese als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Auch die Förderung kulturhistorischer Projekte war erklärtes Ziel. Zwischen Januar 1992 und Februar 2007 wurde in unregelmäßiger Reihenfolge ein Mitteilungsblatt herausgegeben — insgesamt 17 Hefte.  Darin ging es neben Vereinsnachrichten auch um eine Vielzahl von Themen wie Archäologie, Neuruppiner Stadtgeschichte, die industrielle und gewerbliche Entwicklung, Kirchen oder Militär.  Im Juni 2008 war das Sonderheft „Die Türme der Klosterkirche Neuruppin" herausgegeben worden.

Zuletzt war der Verein im vorigen Jahr mit einem Fontane–Faltblatt größer in Erscheinung getreten. Dieses zeigte Orte mit einem tatsächlichen Bezug zu dem Romancier auf.