Altlasten
: Boden am Flugplatz Neuruppin muss ausgetauscht werden

Im geplanten Neuruppiner Wohngebiet sind zwei Drittel des Erdreichs belastet. Rechnet sich ein Austausch?
Von
Siegmar Trenkler
Neuruppin
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Die Flächen am Flugplatz Neuruppin, auf denen später ein Wohngebiet entstehen soll, wurden untersucht. Gefunden wurde vor allem Schrott und Teer.

Markus Kluge

Das hat die Untersuchung auf mögliche Altlasten ergeben, die 2019 vorgenommen wurde, wie Thomas Protz auf Nachfrage berichtete. Er ist Geschäftsführer der BBG, einer GmbH, die für das Land Brandenburg Flächen verwaltet, und die bei der Altlastenuntersuchung federführend ist. Eigentlich sollten die Testergebnisse schon im November vorliegen. Jedoch waren Nachuntersuchungen in einigen Bereichen erforderlich. Dabei wurden krebserregende Stoffe nachgewiesen, die unter anderem in Teerpappe vorkommen, sogenannte polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Laut Protz liegen bei rund 35 Prozent der untersuchten Flächen die Schadstoff–Konzentrationen unter denen vom Bund vorgeschriebenen Prüfwerten für Wohngebiete. In 55 Prozent der untersuchten Felder werden zumindest noch die Werte für eine Industrie– oder Gewerbenutzung eingehalten. Bei den restlichen zehn Prozent wurden sogar diese Grenzwerte überschritten.  Wegen dieser Belastungen muss der größte Teil des Bodens ausgetauscht werden. Neben den PAK ist dieser auch nahezu flächendeckend mit Bauschutt verunreinigt.

Weiterhin müssten in dem Areal, auf dem später Wohnhäuser errichtet werden sollen, Bunker und andere Bauwerke zurückgebaut werden, sichtbare und überwachsene Betonflächen sowie Erdwälle entsorgt werden. Die Frage ist nur, inwieweit sich das lohnt. „Mit Blick auf die beabsichtigte Entwicklung dieser Flächen werden die Flächeneigentümer nunmehr eine Kosten/Nutzen–Analyse vornehmen, um Entwicklungschancen und Kostenrisiken abzuwägen“, so Protz. Das ist zum einen die Stadt Neuruppin, zum anderen das Land. „Es ist beabsichtigt, im Herbst 2020 zu einer Entscheidung über das weitere Verfahren zu kommen“, lautet die Einschätzung des BBG–Geschäftsführers.