Arbeitslosigkeit
: Zahl der Hartz IV-Empfänger hat sich halbiert

Seit 2010 hat sich die Zahl der Empfänger im Landkreis Ostprignitz-Ruppin mehr als halbiert. Die meisten finden eine Arbeit.
Von
Siegmar Trenkler
Ostprignitz-Ruppin
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Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin sind immer weniger Menschen auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II angewiesen.

dpa

Waren es seinerzeit noch im Jahresdurchschnitt 5 035 Menschen, um die sich das kommunale Jobcenter kümmern musste, ist deren Zahl 2018 auf den bisher niedrigsten Stand von 2 374 gesunken – wobei die Zahl je nach Saison schwankt. Dabei ist es mitnichten so, dass die meisten aus Altersgründen aus der Statistik herausfallen. Lediglich 4 Prozent der Abgänge erfolgen wegen Altersrente. Die größte Gruppe, immerhin rund 38 Prozent, haben eine Arbeit aufgenommen und sind deswegen nicht mehr auf die Leistungen angewiesen. 9 Prozent sind aus dem Leistungsbezug herausgefallen, weil andere staatliche Leistungen erhöht wurden, weitere 9 Prozent wechselten den Wohnort.

Im Jahr 2018 wurden durch das Jobcenter 31,2 Millionen Euro für das Arbeitslosengeld II ausgegeben. 16,84 Millionen Euro wurden ausgereicht, um für Leistungsempfänger die Kosten der Unterkunft zu übernehmen. Dem gegenüber stehen 12,37 Millionen Euro, die allein für den Verwaltungsapparat ausgegeben wurden.

Zurückgegangen ist auch die Zahl der Widersprüche und Klagen gegen Bescheide des Jobcenters. 2013 waren es 2 848. Im vergangenen Jahr hingegen gingen nur 1 401 Widersprüche ein. Auch die Bearbeitung erfolgt mittlerweile schneller. 288 Widersprüche sind derzeit noch offen – 25,8 Prozent weniger als 2017 und sogar 95,68 Prozent weniger als 2012. Klageneingänge gingen im Vergleich zu 2017 von 719 auf 603 zurück. Zeitgleich stieg die Anzahl der erledigten Fällen von 626 auf 802.

Die Bedarfsgemeinschaften, also diejenigen Haushalte, in denen mehr als ein Leistungsempfänger wohnen, wurden 2018 ebenfalls weniger. Waren es 5 391 zu Beginn des Jahres, wurden im Dezember nur noch 4 722 gezählt.