Strecke einfach abgelaufen
Der Pälitzseelauf ist kein unbekanntes Event, aber eines, das zum letzten Mal vor mehr als einem Jahrzehnt ausgetragen wurde. Im vorigen Mai "sind wir die Strecke einfach mal nachgelaufen", sagt Peter Born. Zu neunt war die Gruppe um ihn. Also viel Luft nach oben, um an den Sphären eines Volkslaufes zu schnuppern. Dennoch: Born & Co. sammeln Daten, Fakten, Zeiten – "alles was in der Laufszene zum Pälitzseelauf herumgeistert, bitte an uns weitergeben", bittet Peter Born um Zuarbeit. Noch ist seine Mannschaft ohne Termin für 2020. Das hänge auch ein wenig am kleinen, aber feinen Musikfest ab, an das sich die Läufer andocken wollen. Es könnte das größte Jahresevent in Adamswalde werden, ein Örtchen, das keine Handvoll Häuser und kaum mehr Einwohner zählt. Beschaulich ist es an der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Ruhig. Still, so still, dass den Borkenkäfern beim Kratzen zugehört werden kann. "Ich liebe diese Stille", gesteht Peter Born. Die weite Welt kennt der 68-Jährige zur Genüge. Immerhin ist er einer von knapp 200 aus Deutschland, die Träger der so genannten Six-Star-Medaille sind. Sie eint: Teilnehmer an sechs der größten Marathon-Standorte der Welt. Beim New Yorker Marathon debütierte Born (2013). Ein Jahr später war es Berlin. Noch immer spielte die Sonder-Medaille keine Rolle. Boston kam 2016 dazu und damit deutete sich am Horizont ein sportliches Ziel an.  London (2017) und Tokio (2018) schlossen sich an.
Und im Jahr 2019 Chicago. "Den hätte ich sicher nicht absolviert", gesteht Born, "aber es war der letzte in der Serie. Ich hatte den Spaß verloren. Das sind alles ganz moderne Städte." Hochhaus an Hochhaus, imposante Gebäude, phänomenale Stimmung, aber "eben keine Natur. Ich liebe Brandenburg, das Training und die Wettkämpfe im Grünen."  Ein Dresdner liebt Brandenburg? "Klar. In Brandenburg bin ich Sachse, in Sachsen ein Brandenburger." Er wuchs in Wittstock auf, ging nach der nur einjährigen Lehre im Obertrikotagenbetrieb sofort zum Studium (Textiltechnik) nach Karl-Marx-Stadt, später in die Elbmetropole. Dass er in die Mark zurückkehrte, liegt an einem Grundstück in Adamswalde. "Den dritten Sommer war ich jetzt dort." Für den Winter ist der Born’sche Bungalow allerdings nicht benutzbar. Kontakt zur Laufgruppe des Stechlinparks suchte er, weil "es wahrhaftig nicht prickelnd ist, allein durch den Wald zu Laufen. Da wird man Eremit." Weit geöffnet seien die Arme der Gruppe gewesen, sagt Born. "Der Läufer ist eben ein Herdentier. Und wir sind fröhliche Menschen. Ich müsste eigentlich nach Gransee ziehen", setzt er zur Lobeshymne auf seine neue "Familie" an.
Mittelfristig geht’s zur "Treppe"
Ganz weglassen mag er die großen Läufe trotz der Liebschaft zu Brandenburgs Wäldern dennoch nicht. Nur halbiert er die Distanz: Innerhalb von 36 Monaten fünf Halbmarathons, darauf ist der Fokus des Halbsachsen gerichtet. Und noch ein Ziel verrät er: Mittelfristig will er "Die Treppe" bezwingen. Ein zweites Mal nach 2015. 8848 Höhenmeter (also die Höhe vom Mount Everest) sind zu nehmen, 100-mal die extreme Steigung an einem berüchtigten Weinberg bei Radebeul. Zulässige Zeit: 24 Stunden. "Der Älteste, der dies schaffte, ist knapp über 70. In dieser Region bin ich auch bald."
Beginnen will Peter Born das neue Jahr mit einer Premiere: Ein Freund hat ihn nach Marrakesch eingeladen, natürlich steht ein halber Marathon auf dem Plan, der erste auf afrikanischen Boden. Unabhängig von den internationalen Events schnürt der Dresdner seine Laufschuhe "selbstverständlich im Stechlin-Cup 2020" und wenn es ideal läuft, ist Born Geburtshelfer des Pälitzseelaufes.

Peter Born und seine Verknüpfung zum Laufpark Stechlin


Major-Serie: Peter Born finishte die Marathons in Berlin (2013 und 2014), New York (2015), Boston (2016), London (2017), Tokio (2018) und Chicago (2019).

SuperHalfs: Fünf der weltweit führenden Halbmarathon-Veranstalter haben sich zusammengeschlossen, um die neue internationale Laufserie zu entwickeln. Die innovative Serie wird fünf der schönsten Rennen der Welt unter einem Dach vereinen, um Laufen, Tourismus und Umweltverträglichkeit in jeder der Mitgliedsstädte zu fördern. Etwa 100 000 Teilnehmer werden an legendären Orten an den Start gehen, wenn 2020 die erste Serie beginnt. Die Läufer haben Zugang zu einem SuperRunner-Erlebnis, einschließlich garantierter Anmeldungen, spezieller Startnummern mit bevorzugter Abholung, Original-Merchandising, virtuellem Pass, einer Medaille (nach Abschluss der Serie) und der Möglichkeit, ihre Namen in der Hall of Fame verewigen zu sehen. Partner sind die Städte Lissabon, Prag, Kopenhagen, Cardiff und Valencia.

Stechlin-Cup: Fürs neue Jahr sind folgende Daten vorgesehen:Stechlinseelauf Dollgower SeenlaufLindower WutzseelaufWasserfestlauf FürstenbergHavellauf ZehdenickRoofenseelauf Menz

Laufpark Stechlin wird am 14. Mai 2020 15 Jahre alt. Laufbegeisterte bewegen sich auf ausgeschilderten und Hand vermessenen Strecken inmitten einer einmaligen Landschaft aus Wasser und Wald. Als geistiger Vater gilt der Lindower Wolfgang Schwericke, der in den ersten Monaten nach der Eröffnung reihenweise politische Prominenz begrüßte. Zu den anfänglich sechs Routen mit etwas mehr als 50 Kilometern, die die Gemeinden Stechlin und Großwoltersdorf im Amt Gransee und Gemeinden verbanden, kamen Strecken im Fürstenberger Seenland (2008), Rheinsberg und Lindow (2009) sowie Zehdenick (2010) dazu.

In den 1980er-Jahren hatten bekannte Sportler wie Olympiasieger Waldemar Cierpinski oder Katrin Dörre-Heinig den Stechlinsee-Marathon bekannt gemacht. Heute eint der Laufpark sechs Veranstaltungen unter einem Extra-Cup.