Ausstellung: Flugplatz Wittstock: Vom Kriegstraining zur Energiegewinnung

Vor dem Absprung: Eine Aufnahme von 1940 zeigt die Ausbildung der Fallschirmspringer.
Kreismuseen Alte BischofsburgDas Gelände im Wittstocker Ortsteil Alt Daber wurde als Segelflugplatz genutzt, bevor dort ab 1937 eine Fallschirmschule (mit Fliegerhorst), die erste in dieser Form, entstand. Zahlreiche junge Männer wurden dort während des Zweiten Weltkrieges für den unmittelbaren Kriegseinsatz als Fallschirmschützen ausgebildet, darunter auch Schauspieler Joachim Fuchsberger und Boxlegende Max Schmeling.
Das Eintreffen der Roten Armee bedeutete – knapp sechs Jahre nach Inbetriebnahme — das Ende der Schule. Von 1945 bis 1994 nutzte die sowjetische Armee die Anlage als Militärflugplatz. Bis zu 7 000 Menschen waren dort stationiert. 1952 wurde eine knapp 2,5 Kilometer lange asphaltierte Start– und Landebahn gebaut. Von 1961 hatte das 33. Jagdfliegerregiment seinen Sitz in Wittstock.
Nach dem Abzug der russischen Soldaten 1994 lag das Gelände brach. Zeitweise wurde die Landebahn als Rennstrecke oder für Veranstaltungen genutzt. Erst 2009 konnten die Weichen für die Nutzung des Geländes als Solarpark gestellt werden. Heute sorgen 850 000 Solarpaneele für nachhaltig erzeugten Strom. Nur wenige markante Gebäude im Rande des ehemaligen Flugfeldes erinnern an die militärische Geschichte. 2014 konnte mit Finanzierung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung 23 Gebäude abgerissen und Flächen entsiegelt werden.
Anhand von zahlreichen Originalen, Fotos und Filmsequenzen erzählt die Sonderausstellung die ungewöhnliche Geschichte dieses Ortes von 1939 bis 2019. Die Schau ist bis 19. April zu sehen.