Austausch: Rheinsberg hat kaum noch Kontakt zu Partnerstädten

Regelmäßig zu Gast: Die Besuche des Blue-Lake-Chors aus den USA gehören zu den wenigen noch Intakten Austauschen Rheinsbergs mit einer der Partnerstädte.
Holger RudolphAuf dem Papier hat Rheinsberg fünf Partnerstädte: Ascheberg in Nordrhein–Westfalen, Fangasso in Mali, Huber Heights in den USA, Mariefred in Schweden und Toftlund in Dänemark. Allerdings werden diese Partnerschaften so gut wie gar nicht gelebt. „Seit sich der Partnerschaftsverein aufgelöst hat, ist der Kontakt zu den meisten Partnerstädten eingeschlafen“, so Schwochow. Lediglich mit Huber Heights und Ascheberg gebe es gelegentlich noch Austausch. Sporadisch besuchen Delegationen aus Rheinsberg die Stadt im Ruhrgebiet und umgekehrt. Aus Huber Heights kommt regelmäßig der Blue–Lake–Chor in die Prinzenstadt. Allerdings sei der Austausch mit der US–Stadt auch noch intensiver gewesen, als Rheinsberg eine Abiturstufe hatte. Die Idee, Partnerstädten in Not Hilfe zu leisten, etwa in Mali, wo seit 2012 Bürgerkrieg herrscht, hält Schwochow derzeit für nicht realisierbar. Denn die Partnerschaft könne nicht durch die Verwaltung gelebt werden. Es brauche gesellschaftliches Engagement. Das zeigt sich auch am Beispiel Neuruppins. Um das Rote Kreuz in der italienischen Partnerstadt Certaldo während der Corona–Krise zu unterstützen, waren durch das DRK, lokale Unternehmen und viele private Geldgeber jüngst 23 000 Euro an Spenden gesammelt worden. In Rheinsberg müsste solche ein Engagement erst wiederbelebt werden. „Wir würden bei Null anfangen. Wer Kontakt herstellen möchte, kann das aber gerne tun“, sagt Schwochow. Er selbst stellt die Frage in den Raum, wie man künftig mit dem Thema umgehen soll.