Auszeichnung: Zur Königin des Heidefestes gewählt

Ulla Lück wurde beim 5. Heidefest in Pfalzheim von einer Jury zur Heidefestkönigin gewählt. Ein Jahr lang wird sie nun auf Veranstaltungen mit ihrer violetten Schärpe auf Anfrage präsent sein.
Ulrike GawandeDas Heidefest-Team hätte keine bessere Wahl zur Königin treffen können. Denn es vergeht kaum ein Tag, an dem Ulla Lück nicht mit ihrem Elektrorad in die Heide radelt: Entweder geht sie zum Sammeln von Steinpilzen oder Pfifferlingen in den Wald oder sie genießt unterhalb des neu errichteten Aussichtsturmes auf dem Sielmannhügel die Ruhe und den weiten Blick über die Heideflächen. Die 78-Jährige freut sich, dass immer mehr Menschen dieses eindrucksvolle Fleckchen Erde für sich entdecken. Nur über den Müll, den manch Besucher hinterlässt, kann sie sich ärgern. Deshalb setzt sich Lück auch vehement für das Aufstellen von Mülleimern und einer Toilette am Pfalzeheimer Parkplatz, wo oft Wohnmobile Station machen, ein.
Neuer Verein gegründet
Ihr und auch dem neugegründeten Verein Temnitzquelle Pfalzheim, der seit diesem Jahr Ausrichter des Heidefest ist, liegt der Erhalt der Natur am Herzen. So soll nicht nur die Quelle der Temnitz wieder freigeräumt, sondern auch verschiedene Wanderwege angelegt werden. Zwischen Pfalzheim und Schweinrich kennt die Mutter zweier Söhne quasi jeden Baum. 30 Jahre arbeitete die ausgebildete landwirtschaftliche Facharbeiterin als Köchin auf einer nahen LPG. Und nebenbei verdiente sie in den Wintermonaten als Mitarbeiterin der Forst ihr Geld. Pflanzte Bäume im Wald. Als Flüchtling war sie als junge Frau 1953 nach Pfalzheim gekommen. Bereits mit 18 Jahren gab sie ihrem Mann Heinz das Ja-Wort. „Ich dachte damals, heiraten wird verboten“, lacht die agile Seniorin, die mit ihrem Mann in diesem Jahr noch Diamantene Hochzeit feiern wird. „Ich bin nichts ohne ihn, er ist eine wichtige Unterstützung“, sagt sie und eine kleine Träne schleicht sich Ulla Lück ins Auge. Die Familie – sie hat fünf Enkel und vier Urenkel – geht ihr über alles. „Wir sind eine echte Familie.“
Die habe auch Verständnis, wenn die Oma beim Heidefest nicht eine Minute für sie Zeit habe. Selbst für ihre eigene Krönung musste sie auf dem Festgelände gesucht werden. "Jeder will etwas wissen und mich kennen einfach zu viele Leute“, erklärt sie schmunzelnd. Denn sie außerdem seit 20 Jahren bei den Landfrauen in Rägelin aktiv und übernimmt so schon mal das Catering für den Ministerpräsidenten.
Zum Heidefest kamen 1 200 zahlende Gäste, für Kinder unter 14 Jahren war der Eintritt frei. „Der Parkplatz, der für 500 Autos ausgelegt war, musste erweitert werden.“ Es sei ein gelungenes Fest gewesen, freut sich Lück. Doch mit der Wahl zur Heidefestkönigin habe sie nicht gerechnet. „Ich wäre auch nicht böse, wenn ich nicht gewählt worden wäre.“ Doch eigentlich freut sie die Entscheidung. „Die Heidefestkönigin muss nicht nur eine schicke Puppe sein, sondern sie muss auch was leisten.“ Vom Ausfegen, beispielsweise der Festhalle auf dem Grundstück von Bauunternehmer Gerhard Taubken das er jährlich für das Heidefest zur Verfügung stellt, bis zur Festplanung. Oder die Aufgabe als Glücksfee bei der Tombola. „Das war ein schöner Moment. Mir kamen richtig die Tränen. Ich bin so eine Heulsuse.“ Ein Jahr lang wird die 78-Jährige nun bei Veranstaltungen mit violetter Schärpe und mit Heidekraut geschmücktem Strohhut, präsent sein. Wenn die Heide in der Natur verblüht ist, hat sie noch ein paar Töpfe auf der Fensterbank stehen. Wichtig ist Ulla Lück, im Namen des Vereins allen Helfern des Heidefestes zu danken: von den Sponsoren, über die Ordner und Helfer an der Kasse sowie den Getränke- und Verpflegungsständen bis hin zu Amtsdirektor Thomas Kresse, der eine rührende Rede gehalten habe. „Ich bin stolz darauf. So ein Fest wäre ohne Helfer nicht zu stemmen. Allein ist man nichts.“
Infokasten
Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.
Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel