Autobahn A24: Entscheidung zum Tempolimit zwischen Havelland und Wittstock gefallen

Vorerst wird es auf der A24 zwischen den Dreiecken Havelland und Wittstock/Dosse kein Tempolimit geben.
Jens BüttnerDie Unfallserien auf der A24 reißen nicht ab. Nicht nur deshalb wurden von mehreren Seiten Forderungen nach einem generellen Tempolimit im Bereich von Neuruppin und Kremmen laut. Die Autobahnunfallkommission hat nach einer Prüfung die Entscheidung verkündet.
Die Kommission entschied sich gegen die Wiedereinführung eines Tempolimits auf dem Teilstück zwischen den Dreiecken Havelland und Wittstock/Dosse. Bei der Sitzung am Donnerstag (26. Oktober) sei für diesen Abschnitt nur die Richtgeschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde bestätigt worden, teilte die Autobahn GmbH des Bundes mit.
Tempolimit, A24: So begründet Ralph Brodel die Entscheidung
Eine Auswertung des Unfallgeschehens im Jahr 2023 habe ergeben, dass es keine Unfallhäufungsstellen oder andere besondere Auffälligkeiten gebe, hieß es in der Begründung der Autobahnunfallkommission. Auf dem Autobahnabschnitt komme es zwar insbesondere beim Hin- und Rückreiseverkehr zur und von der Ostsee häufig zu Auffahrunfällen – allerdings bei geringer Geschwindigkeit, sagte der Sprecher der Niederlassung Nordost, Ralph Brodel. „Etwa, weil die Autofahrer bei zähfließendem Verkehr oder Stau nicht aufpassen.“
Nach Auswertung der Zahlen sind vor allem Auffahrunfälle an den Wochenenden der Sommermonate von Mai bis August sowie September zu verzeichnen. Die durchschnittlichen Geschwindigkeiten an den Wochenenden lägen in der Hauptverkehrszeit zwischen 110 und 130, heißt es in der Mitteilung. Mit Beginn der kühleren Jahreszeit sei ein deutlicher Einbruch der Unfallzahlen zu verzeichnen.
Weitere Zahlen: Der typische Hin- und Rückreiseverkehr zur Ostsee erzeugt ein sehr hohes Verkehrsaufkommen von bis zu 63.000 Kraftfahrzeugen pro Tag, die Durchschnittswerte liegen bei 50.000.
Richtgeschwindigkeit auf der A24 eingeführt
Die Kommission werde sich bis auf Weiteres alle drei Monate treffen und die Entwicklung auf diesem Abschnitt der A 24 genau beobachten.
Bei der Auswertung wurden drei Abschnitte gebildet, bei denen die Richtgeschwindigkeit auf Beschluss der Autobahnunfallkommission einstimmig wieder eingeführt wurde. Hierbei handelt es sich um die Abschnitte zwischen dem Dreieck Wittstock und der Anschlussstelle Neuruppin sowie Neuruppin und Fehrbellin beziehungsweise Fehrbellin und Kremmen.
Rückblick: Auf der Hauptroute zur Ostsee galt auf dem Abschnitt bis März 2023 fast 20 Jahre lang Tempo 130. Im März 2023 war dieses nach einem Ausbau der Autobahn und mit dem Verweis auf zurückgehende Unfallzahlen aufgehoben.
Zuletzt sorgten mehrere Unfälle dafür, dass die Diskussion um die Wiedereinführung des Tempolimits auf 130 Kilometer pro Stunde neu aufflammte. Zwischen März und August 2023 gab es auf dem Abschnitt laut Ministerium 360 Unfälle und 16 Schwerverletzte. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 331 Unfälle mit 11 Schwerverletzten und einem Toten.
Der Brandenburger Innenstaatssekretär Markus Grünewald hatte im September im Landtag erklärt, das Ministerium wolle der Autobahn GmbH des Bundes empfehlen, auf dem Abschnitt wieder ein Tempolimit einzuführen.



