Autohof
: Mineralölkonzern baut bei Neuruppin

Mineralölkonzern Total hat die Baugenehmigung bekommen / Baustart schon im Frühjahr geplant
Von
Judith Melzer-Voigt
Neuruppin
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Alle Kraftstoffarten, aber auch Bushaltestellen samt Mitfahrerstellplätzen soll es am geplanten Autohof geben.

Arno Burgi/dpa

Das bestätigte Annika Schön, Sprecherin von Total. „Uns liegt die Baugenehmigung vor“, erklärte sie. Das Projekt nahe Bechlin soll gemeinsam mit der Straßenverkehrsgenossenschaft (SVG) Berlin–Brandenburg realisiert werden. Der Baustart für den Autohof ist für dieses Frühjahr geplant, abhängig von der Witterung. „Bei einem solchen Projekt rechnen wir mit einer Bauzeit von sechs bis sieben Monaten.“ Laut der Pressesprecherin soll der Autohof Ende dieses Jahres eröffnet werden.

Neben den üblichen Kraftstoffen wird es vor Ort eine Wasserstoffstation sowie AdBlue–Zapfsäulen geben. Diese dienen zur Abgasreinigung bei Dieselfahrzeugen und können sowohl von Autos als auch von Lkw genutzt werden. Laut Annika Schön ist darüber hinaus geplant, Vorrichtungen zu installieren, damit es später auch Elektroladesäulen auf dem Autohof geben kann.

Neuruppins Baudezernent Arne Krohn ist zuversichtlich, dass das Projekt auf einem guten Weg ist. „Die letzten Abstimmungen scheinen zu laufen“, sagt er. Eine Sperrberatung hat es schon gegeben. Diese wird notwendig, weil der Bau Behinderungen für den Verkehr auf der B 167 nach sich ziehen wird. Ob es eine Ampelregelung oder eine extra Fahrspur eingerichtet wird, ist noch nicht klar. Laut Krohn wird es vor Ort auch möglich sein, Bio–Methan zu tanken. „Man hat dann eine Tankstelle in Neuruppin, an der man alle verfügbaren Antriebsarten bedienen kann.“

Am Autohof entstehen laut Krohn auch zwei Bushaltestellen. Dort wird es Mitfahrerstellplätze mit Busanschluss geben. Teilnehmer einer Fahrgemeinschaft können den öffentlichen Personennahverkehr nutzen, um dort andere Pendler zu treffen. „Das habe ich so bisher nicht gesehen“, so der Baudezernent. „Eventuell könnte man auch den Fernbussen ein Angebot machen.“ Diese hatten in der Vergangenheit immer wieder abgelehnt, die Autobahn für einen Stopp in Neuruppin zu verlassen.

Ursprünglich hatte der Mineralölkonzern geplant, seinen Autohof auf Dabergotzer Gemarkung zu errichten. Doch die dortigen Gemeindevertreter hatten sich gegen das Projekt ausgesprochen.