Baden in Neuruppin: Blaualgen-Alarm – Wasser an beliebten Seen verunreinigt

Hinweisschilder weisen in diesem Fall am Haussee in Löhme bei Werneuchen auf die Belastung mit Blaualgen hin (Symbolfoto). Nun wird auch in Ostprignitz-Ruppin gewarnt.
Sina Schuldt/dpaAn mehreren Badestellen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin sind Massenansammlungen von Blaualgen festgestellt worden. Das ist das Ergebnis von Kontrollen des Gesundheitsamtes in der letzten Juli-Woche 2024. Vom Baden wird in den betroffenen Gewässern abgeraten.
Explosionsartige Blaualgenblüten treten vor allem in den Sommermonaten bei hohen Wassertemperaturen auf. Eine Gewässerbelastung mit Cyanobakterien ist an der eingeschränkten Sicht, einer gelbbraunen oder blaugrünen Verfärbung des Wassers, Schlierenbildung oder Algenteppichen an der Oberfläche zu erkennen.
Blaualgen – diese Seen in Ostprignitz-Ruppin sind betroffen
Betroffen sind die Badestellen am Borker See und Dreetzer See sowie die Badestelle Kleinzerlang am Kleinen Pälitzsee. Das teilte Kreissprecher Alexander von Uleniecki am Donnerstag (1. August) mit.
An der Badestelle Dreetz wurde außerdem „eine sehr geringe Sichttiefe von höchstens 20 Zentimetern“ festgestellt. Das könne insbesondere Rettungsmaßnahmen im Falle eines Unglücks deutlich erschweren. „Vor diesem Hintergrund wird deshalb vom Baden aktuell abgeraten.“
Die Feststellungen beziehen sich immer auf den Kontrollzeitpunkt. Da Blaualgen-Ansammlungen sehr wind- und wetterabhängig sind, kann sich die Situation innerhalb weniger Stunden verändern. An den betroffenen Badestellen sind vom Gesundheitsamt entsprechende Hinweisschilder angebracht worden, die die Badegäste über das Blaualgenvorkommen und über mögliche Gefahren informieren sollen.
Blaualgen – Entstehung und Risiken
Blaualgen sind eigentlich Cyanobakterien, die in Gewässern vorkommen und bei bestimmten Bedingungen, wie warmem Wetter und Nährstoffüberschuss, massenhaft auftreten können. Es kann zu allergischen Haut- und Schleimhautreizungen kommen. Beim Verschlucken von Wasser können Durchfälle auftreten.
Hauptsächlich Kinder und Kleinkinder sollten Bereiche mit Algenanschwemmungen meiden und beim Schwimmen kein Seewasser schlucken. Die Kreisverwaltung spricht eine Empfehlung aus: Treten Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Atemnot oder Hautreizungen auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht und dies dem Gesundheitsamt gemeldet werden.
So läuft die Untersuchung der Qualität der Gewässer
Die Untersuchung der Qualität der Gewässer erfolgt entsprechend der Brandenburgischen Badegewässerverordnung in der Zeit vom 15. Mai bis 15. September monatlich. Die Proben werden durch eine Wasseruntersuchungsstelle mikrobiologisch auf das Vorhandensein von Escherichia Coli und Enterokokken analysiert.
Außerdem werden vor Ort die Sichttiefe und Temperatur sowie der pH-Wert gemessen. Ferner wird das augenscheinliche Vorhandensein von Algenansammlungen im und auf dem Gewässer bewertet. Eine allgemeine hygienische Überprüfung der landseitigen Flächen der Badestellen schließt sich an.


