Bauarbeiten: Eine neue Eisenbahnbrücke für Neuruppin

Vorbereitung: Während oben auf der Straße der Verkehr von einer Ampel geregelt wird, haben unter der Seedammbrücke die Arbeiten begonnen.
Eckhard HandkeZugausfälle im Herbst
Konkret wird die südlich gelegene Eisenbahnbrücke komplett erneuert. An dem nördlich gelegenen Bauwerk sind umfangreiche Instandhaltungsarbeiten geplant, teilte ein Sprecher der Bahn mit. Darüber hinaus sollen im Spätherbst mehrere Durchlässe (kleinere Brückenbauwerke) zwischen Neuruppin und Kremmen erneuert werden. Deshalb müssten Bahnfahrer mit weiteren Zugausfällen zwischen 20. November und 12. Dezember rechnen, so der Bahnsprecher. Für das Einheben der neuen Brücke Ende Oktober müssen sich auch die Autofahrer auf eine ein– bis zweitägige Vollsperrung der Straße einstellen. „Das Bauvorhaben ist technisch anspruchsvoll. In unmittelbarer Nähe der Bahnstrecke befindet sich die L 167, deren Brücken jeweils direkt an die Überführungen der Bahn grenzen“, erklärt Joachim Radünz, Pressesprecher des Verkehrsverbundes Berlin–Brandenburg (VBB). „Zudem befindet sich im Baufeld eine Abwasserdruckleitung der Stadtwerke Neuruppin.“ Wegen des schwierigen Untergrunds sei eine aufwändige Flachgründung erforderlich. "Darüber hinaus muss die gesamte Baumaßnahme ohne Erschütterungen, beispielsweise durch Rammarbeiten, umgesetzt werden“, so Radünz.
Der Bau des Behelfsbahnsteigs am Seedamm inklusive Bushaltestelle wird über das Bahn–Programm „Kundenfreundliches Bauen“ mit 550 000 Euro finanziert. Durch den Bahnsteig bleibt Neuruppin bis 19. November trotz des Baus direkt an den Bahnverkehr in Richtung Berlin angeschlossen. Dadurch verringert sich zwar die Fahrzeit für die Fahrgäste, die in die Fontanestadt wollen — 50 Minuten im Vergleich zum Schienenersatzverkehr –, aber die Bahnkunden, die weiter als Neuruppin reisen wollen, erreichen während der Bauphase stets erst den jeweils nächsten Zugtakt, wodurch sich die Fahrzeit um rund 60 Minuten verlängert. Ersatzweise gibt es montags bis freitags morgens und nachmittags jeweils vier zusätzliche Busse zwischen Wittstock und Neustadt mit Anschluss an den RE 2.
Vom 13. Juni, 22 Uhr, bis 19. Juni, 1.45 Uhr, fallen zudem sämtliche Züge zwischen Neuruppin und Kremmen aus, da in dieser Zeit nicht nur der Behelfsbahnsteig errichtet wird, sondern auch die notwendigen Schalterarbeiten am Stellwerk geplant sind, erklärt der Sprecher der Bahn. Während dieser Zeit fahren ersatzweise Busse.
Zusätzliche Halte
Busse verkehren auch zwischen Neuruppin–Seedamm und Neuruppin–West. Zusätzlich hält der Prignitzexpress während der Bauarbeiten jeweils zu den Zeiten der größten Nachfrage stündlich an den kleineren Stationen zwischen Wittstock und Neuruppin. Außerdem halten generell alle Züge an der Station Wustrau–Radensleben.
„Diese zusätzlichen Halte können allerdings nur aufgrund der Linienteilung und daher nur im Bauzeitraum in den Fahrplan der Linie RE 6 aufgenommen werden“, betont Joachim Radünz vom VBB. "Mit Abschluss der Baumaßnahmen erfolgt unter anderem aufgrund der eingeschränkten Streckeninfrastruktur die Rückkehr zum bestehenden Haltekonzept.“ Im Dezember 2019 war ein Antrag im Kreistag verabschiedet worden, der eine dauerhafte Aufnahme in den Fahrplan vorsieht.
Weitere Informationen gibt es unter www.reiseauskunft.bahn.de oder www.bauinfos.deutschebahn.com sowie über die DB–App und das DB–Kundentelefon 0331 2356881/6882.