Benefizball: Riesen-Applaus für die singenden Gentlemen

Applaus, Applaus: Der Rotarische Chor unter Leitung von Detlef Glase überzeugt auf der ganzen Linie. Der Auftritt gehörte beim Benezifball, bei dem auch das 25-jährige Bestehen des Serviceclubs gefeiert wurde, zum Kuturprogramm.
Holger RudolphClubpräsident Horst-Michael Arndt wünschte sich von Mitgliedern und Gästen, dass sie im Verlauf des Abends reichlich Tombola-Lose kaufen würden. Sein Wunsch wurde erhört. Insgesamt gab es einen Erlös in Höhe von 7 800 Euro, der dem Tierpark Kunsterspring zu Gute kommt. Die Unterstützung des Parks ist Arndts Masterprojekt innerhalb seiner einjährigen Amtszeit, die noch bis Juni andauert.
Arndt erinnerte auch daran, dass die Rotarier 1979 der Kinderlähmung weltweit den Kampf ansagten. Sie begannen auf den Philippinen, wo es damals 6,3 Millionen erkrankte Kinder gab. Auch der Neuruppiner Club unterstütze dieses wichtige Anliegen, das schon seit vielen Jahren mit der Gates-Stiftung und dem Kinderhilfswerk Unicef potente Mitstreiter hat.
Völkerverständigung betreibe der Neuruppiner Club aktuell auch wieder durch den Rotary-Jugendaustausch, berichtete Arndt. Zwei Ruppiner Jugendliche sind für einen längeren Zeitraum in Chile und Brasilien, während hiesige Gastfamilien junge Menschen aus Peru und Japan bei sich aufgenommen haben. Als Erfolg verbuchte Arndt zudem das erste Sommerfest im Tempelgarten, welches die Rotarier 2019 gemeinsam mit dem Lions Club Neuruppin feierten. Der Erlös in Höhe von 1500 Euro ging an den Tempelgarten-Verein.
Tierpark weckt Interesse
Von der Wichtigkeit des Tierparks Kunsterspring zeichnete Parkleiter Peter Manke ein Bild. Nicht zuletzt Kinder könnten durch das nur in Tierparks und Zoos mögliche Betrachten heimischer Fauna ganz aus der Nähe für die Natur interessiert werden. Die letzte Zählung zum Jahreswechsel erbrachte einen Bestand von 84 Arten mit 398 Tieren. Trotz der monatelangen Straßensperrung am Kuhburgsberg, die für Tierparkbesucher mit einer deutlich längeren Anfahrtstrecke verbunden war, hatte der Park im vorigen Jahr 58 000 Besucher.
Ein Höhepunkt des Abends war wie in den Jahren zuvor der Auftritt des Rotarischen Chores. Zu den wahrhaft bombastischen Klängen des „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss betraten die Sänger in ihren festlich-schwarzen Anzügen die Bühne. Chorleiter Detlef Glase kündigte musikalische Unterstützung durch seinen Sohn Thomas an, der das Ensemble mit der Gitarre begleite.
Mit dem Evergreen „Ein Lied geht um die Welt“ eröffnete der Chor sein Programm. Im gleichnamigen Tonfilm von 1933 wurde es vom Tenor Joseph Schmidt gesungen. Als Schlager verkaufte es sich auf Grammophonplatten gepresst massenhaft. Bei diesem mitreißenden Lied stimmten auch viele Besucher ein. Solist Thomas Huch brillierte stimmgewaltig.
Wohl ebenso bekannt ist der Titel „Always Look on the Bright Side of Life“ aus Monty Pythons uriger Spielfilmgroteske „Das Leben des Brian“. Diesmal übernahm Peter Neiß mit starker und klarer Stimme die Solopartien. Begeisterung im teils mitsingenden Publikum gab es auch für Karats „Über sieben Brücken“ und für „Ein Freund, ein guter Freund“ aus dem Ufa-Klassiker „Die drei von der Tankstelle“. Der Beifall wollte nicht enden. Mit „Time to say goodbye“ und schließlich, schon die Biergläser in den Händen und das Schlaflied „La Le Lu“ singend, verließ der Chor nach halbstündigem Programm unter abermals sehr viel Beifall die Bühne. Stellenweise hatte das Ensemble auf sehr angenehme Weise an die unvergessenen Comedian Harmonists erinnert.
An dem um die Welt gehenden Lied orientierte sich auch das anschließende Speisenangebot. Es gab Kalbsbäckchen aus Frankreich, italienisches Hähnchen mit Kirschtomaten an Salbeisoße, deutsche Rothirschkeule und Leckeres vom spanischen Iberico-Schwein. Zum Glück vergaßen die Rotarier bei so viel Genuss nicht den Loskauf.