Betrug in Neuruppin
: 45.000 Euro weg – mit diesem Trick gingen die Täter vor

Ein Paar aus Neuruppin wurde Opfer von einem perfiden Betrug und verlor eine hohe fünfstellige Summe. Die Täter nutzten eine täuschend echte Bank-Masche.
Von
Stefan Zwahr
Neuruppin
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ILLUSTRATION - Ein Mann posiert am 09.09.2015 mit einem Telefon in Hannover (Niedersachsen). Foto: Julian Stratenschulte/dpa (zu lhe vom 14.12.2015: «Enkeltrick»-Betrüger immer unterwegs - Höhere Beute als Banküberfall) +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Mann posiert mit einem Telefon. Zwei Neuruppiner wurden um einen hohen fünfstelligen Betrag betrogen. Die Täter kannten Kontodaten und Kontostand, was die Opfer in Sicherheit wog.

Julian Stratenschulte/dpa
  • Ein Paar aus Neuruppin wurde um 45.000 Euro betrogen.
  • Täter gaben sich als Bankmitarbeiter aus und kannten Kontodaten.
  • Opfer wurden zu TAN-Bestätigungen am Telefon gebracht.
  • Abbuchungen erfolgten in kleinen Beträgen von unter 1000 Euro.
  • Polizei und Banken warnen vor solchen Betrugsmaschen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Trickbetrüger haben in Neuruppin zugeschlagen: Unter dem Vorwand eines Bankmitarbeiters wurden einem Ehepaar 45.000 Euro abgeknöpft. Die Masche beginnt mit einem harmlosen Anruf.

Die Opfer waren eine 58-Jährige und ihr 60-jähriger Ehemann aus einem Ortsteil von Neuruppin. Über den Fall berichtete die Polizeidirektion Nord am Donnerstag (24. April).

Betrug in Neuruppin – so gingen die Täter vor

Danach sei der Mann im Laufe des Nachmittags von einem Unbekannten, der sich als Mitarbeiter seiner Bank ausgab, angerufen worden. Der Anrufer verfügte über viele Informationen, die alles glaubhaft erscheinen ließen.

Er suggerierte dem 60-Jährigen, dass sein Konto gehackt werden könnte, da in der letzten Zeit bei dem Bankinstitut mehrere Konten angegriffen worden seien. Der Neuruppiner wurde in mehreren Telefonaten dazu gebracht, Abbuchungen vom Konto seiner Frau mittels TAN zu bestätigen.

Der vermeintliche Mitarbeiter der Bank erschien glaubwürdig, weil die tatsächliche Nummer der betreffenden Bank angezeigt wurde. Auch kannte er die genauen Kontostände und ließ sie vom 60-Jährigen online abgleichen.

Betrug in Neuruppin – alles begann mit einer E-Mail

Als die Ehefrau ihr Konto einsah, bemerkte sie, dass unbekannte Täter diverse Abbuchungen in kleineren Beträgen (jeweils unter 1000 Euro) getätigt hatten. Insgesamt fehlten der Ostprignitz-Ruppinerin 45.000 Euro.

Der Versuch der Ehefrau, die Abbuchungen zurückzuholen, blieb – bis auf eine Abbuchung – erfolglos. Das Konto hat sie inzwischen sperren lassen.

Im Rahmen der Anzeigenerstattung beim Kriminaldauerdienst wurde bekannt, dass die Eheleute zuvor per E-Mail aufgefordert worden waren, die Push-TANs ihrer Konten zu erneuern. Die 58-Jährige klickte auf einen Link in der E-Mail und wurde auf eine Webseite weitergeleitet, welche der Webseite ihrer Bank täuschend ähnelte. Dort gab sie ihre Kontodaten und ihre die PIN ein.

„So ist es auch zu erklären, dass die Täter den genauen Kontostand hatten, um den Betrug noch echter zu gestalten“, heißt es von der Polizei.

Banken warnen vor verschiedenen Betrugs-Maschen

Betrüger und Betrügerinnen werden immer raffinierter. Das wissen auch die Geldinstitute, die auf ihren Plattformen vor derartigen Maschen warnen. Bei der Sparkasse heißt es zum Beispiel: „Mit Anrufen, Fake-Websites und sogar künstlicher Intelligenz versuchen Betrüger, Geld zu ergaunern. Einige Maschen sind besonders dreist – und könnten selbst misstrauische Opfer täuschen.“

Da mittlerweile viele Unternehmen und Kreditinstitute auf andere Kommunikationswege setzen würden, satteln auch die Betrügerinnen und Betrüger „um und versuchen, als falsche Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen per Telefon sensible Daten zu ergaunern“. Meist würden die Anrufe außerhalb der Öffnungszeiten stattfinden. Es werde vorgegeben, „es besonders eilig zu haben, weil sonst beispielsweise das Konto gesperrt werden müsse“.

Wichtig: „Mitarbeitende von Banken und Sparkassen würden jedoch niemals am Telefon nach PINs, TANs oder Passwörtern fragen. Legen Sie im Zweifel einfach auf und rufen Sie Ihre Sparkasse unter der Ihnen bekannten Rufnummer zurück – so können Sie in Erfahrung bringen, ob wirklich Handlungsbedarf besteht.“ Echte Sparkassen-Mitarbeitende hätten mit diesem Vorgehen auch kein Problem.

Weiterer Tipp: „Die Betrügenden können auch die Rufnummer fälschen, die Ihnen im Display angezeigt wird. Wenn Sie jedoch auflegen und selbst noch mal die Nummer Ihrer Sparkasse wählen, landen Sie auch sicher dort.“ Und: „Lassen Sie sich niemals unter Zeitdruck zu irgendwelchen Handlungen zwingen.“