Die digitale Infrastruktur an den drei Rheinsberger Schulstandorten – Bildungscampus mit Grund- und Oberschule in der Kernstadt sowie Grundschule in Flecken Zechlin – soll verbessert werden. Neben W-Lan-Rootern werden dazu auch Endgeräte wie Smartboards benötigt. Die Stadt hat dazu 250.000 Euro aus dem Digitalpakt beantragt. Doch diese Summe reicht nicht aus.

Neue Verkabelung nötig

Laut Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) müsste an den drei Schulen die Verkabelung erneuert werden, um überhaupt die Voraussetzung für die Verwendung neuer Medien zu schaffen. „Das Geld reicht hinten und vorne nicht“, so Schwochow. Um neue Kabel für die Rooter in den Klassenräumen zu verlegen, müsste eine Planung in Auftrag gegeben werden. Allein die Planungskosten würden laut Schwochow 30 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Nach der Verlegung der Leitungen würde kaum noch Geld übrig bleiben, um auch noch Endgeräte zu beschaffen.

Warten auf das KIP-Programm

Eigentlich sollte der Bildungscampus im Zuge einer Gesamtsanierung fit für den Unterricht mit digitalen Medien gemacht werden. Bereits 2018 hatte die Rheinsberger Wohnungsgesellschaft Rewoge ein Gesamtkonzept für die Sanierung der beiden Schulgebäude des Campus’ ausgearbeitet. Für das Projekt, für das damals 4,7 Millionen Euro einkalkuliert waren, hatte Rheinsberg Fördermittel aus dem Kommunalen Infrastrukturprogramm (KIP) beantragt und eine Zusage in Aussicht gestellt bekommen. Kurzfristig hatte das Land dem Vorhaben aber eine Absage erteilt (wir berichteten). Seitdem wartet die Stadt auf eine Neuauflage des KIP-Programms. Doch laut Schowchow gibt es noch keine Aussicht darauf, wann das geschieht. Er hat zu diesem Thema eine Terminanfrage für Oktober im brandenburgischen Bildungsministerium gestellt. Weil die Absage auf Fördermittel im Jahr 2018 jedoch aus der Staatskanzlei kam, fände er es angebracht, wenn Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sich persönlich zu dem Thema bekennen würde.

Sanierung nur Schrittweise

Die Planung für die digitale Ausstattung der Schulen wird durch die Unsicherheit bei der Frage nach der Gesamtsanierung nicht gerade erleichtert. Denn anstatt alles in einem Rutsch zu erledigen, müssen die Erneuerungen nun schrittweise vorgenommen werden. So ist die Neugestaltung der Fassade der Rheinsberger Grundschule bereits ausgeschrieben. Wenn das Geld aus dem Digitalpakt bewilligt wird, müssten die neuen Leitungen laut Schwochow so verlegt werden, dass sie bei einer Grundsanierung der Schulen nicht nochmal angefasst werden müssen. Wenn das KIP-Programm wieder aufgelegt wird, rechnet der Rathauschef damit, dass die Fördermittel frühestens 2021 beantragt werden können. Bei einer Zusage könne die Ausschreibung der Leistungen erst im Herbst nächsten Jahres begonnen werden. Baubeginn wäre dann frühestens Mitte 2022. Da die Baupreise jährlich steigen, würden auch die Kosten steigen. Ist man 2018 noch von 4,7 Millionen Euro ausgegangen, würde die Schulsanierung jetzt schon mit sechs Millionen Euro zu Buche schlagen.