20-jähriges Bestehen
Im Jahr 2000 gestartet, feiert das Unternehmen, dem inzwischen 28 Mitarbeiter, davon zwölf Bäcker, drei Lehrlinge und drei Helfer, angehören, jetzt seinen 20. Geburtstag. Für geladene Gäste gibt es am 22. Februar Führungen durch die Backstube, auf alle anderen wartet am 6. Juni ein großes Hoffest. Dann kann sich jeder ein Bild vom alten Speicher machen, in dem früher Kraftfutter lagerte und heute eine Backstube ist. Vor zehn Jahren entschied sich Apitz gegen den Neubau einer Produktion auf der grünen Wiese und kaufte das Gebäude. "Ich habe es nicht bereut." Der Betrieb läuft gut. In zwei Schichten entstehen rund 60 verschiedene Produkte. Ab zwei Uhr in der früh wird ausgeliefert. Ein Fahrer war der erste Mitarbeiter, den Apitz vor 20 Jahren eingestellt hat. Mittlerweile gehören zur Firma zwei Lieferfahrzeuge. "Ich würde sogar drei voll bekommen", berichtet Apitz, der gerne auf Elektroautos umsteigen würde. Denn in diesem Jahr soll eine Photovoltaikanlage auf das Dach kommen. Doch derzeit seien keine Transporter mit einer ausreichenden Reichweite lieferbar, ärgert sich der gebürtige Stralsunder, der noch lieber mit Wasserstoff betriebenen Autos fahren würde. Einen Teil der Waren, besonders die Brote, versendet er über Paketdienste an Naturkostläden in ganz Deutschland.
Volker Apitz ist es aber wichtig, nicht nur einen Produktionsbetrieb in Rohrlack zu haben, sondern im Dorf präsent zu sein und Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. "Ich habe von Beginn an, teilweise aus der Backstube heraus, Brot verkauft." Vor vier Jahren wurde der Hofladen eröffnet, der sich zu einem beliebten Treffpunkt im Ort entwickelt hat. "Es ist unser Aushängeschild, auch wenn er sich betriebswirtschaftlich noch nicht trägt." Sabine Schattschneider hat dem Geschäft mit Café, in dem es neben Backwaren und Kaffeespezialitäten auch regionale und Bio-Handelswaren gibt, ein Gesicht gegeben. "Hier kaufe ich auch für die eigene Familie ein", verrät Apitz, der fünf Kinder zwischen zehn und 19 Jahren hat.
Leidenschaft für Sprossen
Anfangs habe er ausschließlich Vollkorn verarbeitet. "Das haben meine großen Kinder leidvoll erfahren müssen", schmunzelt der 47-Jährige. Mittlerweile habe er eingesehen, dass auch Weizenmehl in der Bäckerei dazugehört. Aber selten. Doch sein Steckenpferd werden die Sprossen bleiben. "Sie sind lebendig, gesund und faszinieren mich." Seine Rohstoffe bekommt er ausschließlich von Landwirten rund um Berlin, die nach Demeter-Art anbauen. "Der Bauer bekommt finanziell das, was er braucht."  Von der Marketing-Strategie "billiger, billiger" hält der Unternehmer nichts. Ihm geht es um die Wertschätzung der Produkte.
Er selbst würde gerne wieder selber mit den Händen tätig sein. "Ich könnte mir auch vorstellen, als Hausmeister in einer Schule zu arbeiten oder wenn die Kinder groß sind als Bäcker auf einem Bauernhof." Perspektivisch denkt er darüber nach, den Betrieb abzugeben. "Ich möchte keine Menschen mehr verwalten." Als Chef und Inhaber ist er für die Verwaltung zuständig und  hat die Digitalisierung zu seinem Thema gemacht. Ursprünglich lernte der 47-Jährige Maschinenbauer auf einer Werft, so dass er bis heute seine Anlagen selbst reparieren kann. Nach der Wende ging Apitz nach England, wo er Kühe gemolken und die Liebe zum Brot entdeckt hat. Seine Bäckerlehre absolvierte er in Stralsund, seine Gesellenzeit in Prenzlau. "Dort wurde die Liebe zu den Sprossen gelegt." Nach Rohrlack kam er über eine Betreuertätigkeit bei der Lebenshilfe. Und blieb.

Infokasten


Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel