Blitzer in Ostprignitz-Ruppin
: Bußgelder und Rekord-Raser – die Bilanz des Jahres 2023

In Ostprignitz-Ruppin überwachen feste und mobile Blitzer das Tempo. Die Bußgelder sind enorm. Wo die Blitzer lauern, was der Landkreis kassierte und wo besonders gerast wurde.
Von
Jens Karraß
Neuruppin
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Blitzer stehen auch an einigen Straßen in Ostprignitz-Ruppin. Auf Nachfrage teilte die Kreisverwaltung mit, wie viele Bußgeldbescheide im Jahr 2023 verschickt wurden.

Matthias Kessler/dpa

Geheime Blitzer, gefährliche Raser und ein Blick in die Bilanz: Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin gibt es einige stationäre Blitzer und zudem einen Messwagen, der an verschiedenen Standorten im Einsatz ist. Wo gab es die meisten Verstöße?

Die festen Blitzer befinden sich unter anderem in Neuruppin, Metzelthin, Heiligengrabe, Alt Ruppin, Wittstock und Rüthnick. Darüber hinaus ist täglich der Messwagen mit einer mobilen Geschwindigkeitsüberwachungsanlage an wechselnden Orten im Einsatz.

Spitzenreiter ist der Blitzer in Heiligengrabe

Die meisten Geschwindigkeitsverstöße wurden im Verlaufe des Jahres 2023 (Stand: 30. November) in Heiligengrabe registriert, wie aus Daten des Amts für öffentliche Sicherheit und Verkehr hervorgeht. In den elf Monaten seit Jahresbeginn wurden im Landkreis insgesamt mehr als 43.000 Bußgelder wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen verhängt. Dies stellt im Vergleich zu den über sieben Millionen registrierten Durchfahrten einen vergleichsweise geringen Anteil dar.

Im vergangenen Jahr waren gut 50.000 Bußgeldbescheide wegen Geschwindigkeitsübertretungen ausgestellt worden. Amtsleiter Mathias Wittmoser erklärt: „Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten wir einen Rückgang der Bußgelder. Illegal genutzte Radar- und Blitzer-Warn-Apps tragen sicherlich dazu bei, dass weniger Verstöße erfasst werden.“

Bußgelder in Höhe von zwei Millionen Euro

Die Bußgelder summierten sich im Jahr 2023 auf über zwei Millionen Euro. Allerdings weist Wittmoser darauf hin, dass die Verkehrsüberwachung mit erheblichen Personal- und Sachkosten verbunden ist. Trotz des finanziellen Drucks wird die Anzahl der Blitzanlagen im kommenden Jahr 2024 nicht erhöht.

Geschwindigkeitsüberschreitungen gibt es auch in Neuruppin und Umgebung immer wieder.

Dimitri Drofitsch/dpa

Wittmoser betont, dass die Verkehrsüberwachung ausschließlich der Erhöhung der Verkehrssicherheit diene. Eine unmittelbare Finanzierung bestimmter Teile des kommunalen Haushalts durch die erzielten Einnahmen seien nicht Sinn und Zweck.

93 Kilometer pro Stunde in der 30-er Zone

Die Verkehrsüberwachung wird oft als ‚Abzocke‘ empfunden – was Mathias Wittmoser nicht verstehen kann. Die Verkehrsteilnehmer sollten sich aus seiner Sicht fragen, ob man mit 93 Kilometern pro Stunde innerorts in einer unübersichtlichen Tempo-30-Zone unterwegs sein sollte. So geschehen an einer Bushaltestelle in Metzelthin. Der Temposünder kassierte diese Strafe: 700 Euro Bußgeld, zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg, drei Monate Fahrverbot.

Kopfschütteln löste auch dieser Fall aus: Mit 127 Kilometern pro Stunde wurde auf gerader Strecke ein Verkehrsteilnehmer gemessen, der in Heiligengrabe (innerorts) unterwegs war.

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