Brand in Neuruppin: Durch den Gänsebraten überführt – illegales Lager entdeckt

Ein Einsatz in Neuruppin hätte böse ausgehen können. Besorgte Nachbarn haben einen Brandgeruch wahrgenommen und der Polizei gemeldet. Die Einsatzkräfte vor Ort mussten eine Notöffnung der Tür vornehmen, weil der Mieter der Wohnung nicht reagierte. (Symbolbild)
Stefan SauerAn Heiligabend gegen 23 Uhr ging bei der Neuruppiner Polizei sowie bei der Feuerwehr ein Notruf ein. Besorgte Nachbarn haben einen Brandgeruch aus einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Rudolf-Wendt-Straße wahrgenommen.
Auch auf mehrmaliges Klopfen und Klingeln reagierte der 65-jährige Besitzer der Wohnung nicht. Die Einsatzkräfte mussten schnell handeln und brachen die Tür auf. Die Wohnung war stark verqualmt. Der Wohnungsinhaber befand sich in der Wohnung.
Schnell war die Ursache des Qualms gefunden. Es stellte sich heraus, dass der Wohnungsbesitzer eingeschlafen war und die Gans im Ofen vergessen hatte. Die Wohnung wurde gut durchgelüftet und niemand kam zu Schaden. Mit diesem Happy End hätte der Einsatz ausgehen können, aber es kam anders.
Unerwartete Wendung im Brandeinsatz
Der 65-Jährige war weder froh über den verhinderten Ausbruch eines Feuers, noch erfreut über den Besuch der Rettungs- und Einsatzkräfte in seiner Wohnung. Er schlug und trat um sich und versuchte mit Nachdruck, die Polizisten sowie die Feuerwehrleute aus der Wohnung zu drängen. Der 65-Jährige schien sich in einem psychischen Ausnahmezustand zu befinden und wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, teilt Maria Bantchev, Wachdienstführerin der Polizeiinspektion Ostprignitz-Ruppin, im Polizeibericht mit. Die Einsatzkräfte blieben unverletzt.
Cannabisfund nach Brand
Nachdem die gesamte Wohnung gründliche gelüftet und vom Qualm befreit wurde, kam es zu einem überraschenden Fund. Die Einsatzkräfte konnten eine Aufzuchtanlage mit einigen Cannabispflanzen sicherstellen. Diese waren anscheinend für den eigenen Gebrauch angepflanzt.
Gegen den Neuruppiner wurden nun mehrere Strafverfahren eingeleitet, teilt Bantchev mit. Unter anderem ist ein Verfahren wegen Widerstand und tätlicher Angriff gegen die Polizei und Feuerwehr eingeleitet. „Weiterhin wird wegen der unerlaubten Herstellung und des Besitzes von Betäubungsmitteln gegen den Mann ermittelt.“

