Bundesgerichtshof: Urteil im Mordfall Jörg S. bestätigt

Der Bundesgerichtshof hat das Urteil des Landgerichts in Neuruppin bestätigt.
dpa/Uli DeckLaut Iris le Claire, Sprecherin des Neuruppiner Landgerichts, hat der Bundesgerichtshof die Revision von Renee G. und Steve Z., den beiden Angeklagten, am 19. März verworfen. Das Urteil des Landgerichts in dem Mordprozess ist damit rechtskräftig.
Renee G. als Haupttäter muss somit lebenslänglich in Haft. Das Landgericht hatte auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Das bedeutet, dass der Mann nicht nach 15 Jahren vorzeitig entlassen werden kann. Steve Z., der zweite Angeklagte, muss wegen Totschlags für acht Jahre ins Gefängnis.
Das Landgericht sah es bei seinem Urteil im September vergangenen Jahres als erwiesen an, dass beide Männer für den Tod des 54-jährigen Jörg S. in einem Mehrfamilienhaus in Radensleben verantwortlich sind. Die Tat ereignete sich in der Nacht vom 22. auf den 23. August 2017. Sie zeichnete sich durch besondere Brutalität aus: Das Opfer starb durch insgesamt 72 Messerstiche, laut Gericht hauptsächlich von Renee G. ausgeführt.
Die beiden Täter und das Opfer kannten sich. Jörg S. lebte in dem Seniorenheim in Radensleben. Am Tatabend trafen alle in der Wohnung von Renee G. aufeinander und tranken gemeinsam Alkohol, als G. und Jörg S. in Streit gerieten. Renee G. gab im Gerichtsprozess an, dass das Opfer seinen Vater beleidigt habe.
Bei dem, was danach folgte, gingen die Aussagen der beiden Angeklagten weit auseinander: Renee G. schob Steve Z. die Schuld zu. Dieser benannte den ehemaligen Freund als Haupttäter. Doch für die Richter im Landgericht war offensichtlich, dass der ältere G. seine Gewaltfantasien ausleben wollte. Dieser hatte zuvor bereits angekündigt, einmal einen Mord begehen zu wollen. Bei Steve Z. habe es keine Mordabsicht gegeben, so das Gericht. Dieser soll sogar noch versucht haben, die Situation zu entschärfen, stach dann aber auch auf Anweisung seines „Ziehvaters“ Renee G. mit einer Schere auf das Opfer ein.
Die Leiche von Jörg S. legten beide Täter später in eine Mülltonne, die sie in der Wohnung von Renee G. aufbewahrten. Dort fanden Polizisten den toten 54-Jährigen knapp zwei Wochen später.