Dem Neuruppiner Inkom-Chef Axel Leben fielen die Worte am Dienstag schwer: „Wir sind gezwungen, den Martinimarkt abzusagen“ Die Stadt hat lange getüftelt, ob sich andere Konzepte umsetzen lassen. Am Ende blieb aufgrund des Verbots von Großveranstaltungen mit mehr als 100 Besuchern keine andere Möglichkeit, erklärte Leben. 

Traditionsveranstaltung mit jährlich 200.000 Besuchern

Vom 30. Oktober bis zum 8. November sollte der Martinimarkt im Herzen Neuruppins stattfinden. Abweichungen beim Verbot von Großveranstaltungen erlaubt das Land Brandenburg zum Beispiel bei Autokonzerten oder -kinos. „Das alles funktioniert beim Martinimarkt nicht“, sagt Axel Leben. Im Juni sei er noch optimistisch gewesen, ein Konzept zu finden, um die Traditionsveranstaltung mit jährlich mehr als 200.000 Besuchern doch durchführen zu können. „Damals hatten wir sinkende Corona-Fallzahlen“, so Leben.
Möglich sei ein verkürzter Markt gewesen. Auch ein ganz anderes Terminfenster sei diskutiert worden. Das Sicherheits- und Hygienekonzept hatte die Inkom bereits erarbeitet. Im Sommer haben dann die Fallzahlen zugenommen. Ab Juli hätte die Inkom dann über eine Dezentralisierung des Marktes oder Zugangsbeschränkungen nachgedacht. „Diese Szenarien waren mit den zuständigen Behörden abgestimmt“, sagt der Inkom-Chef. Nach der jüngsten Verordnung des Landes seien sie aber nicht möglich. 

Könnte zu Kollateralschäden führen

Er und auch Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) mahnen, dass es zu etlichen „Kollateralschäden“ kommen könnte: bei Schaustellern, die ihre Lebensgrundlage verlieren, bei Firmen, die durch den Martinimarkt Einnahmen hatten, und nicht zuletzt bei der Stadt. Der Markt hat rund 90 bis 95 Prozent des Umsatzes des Neuruppiner Stadtmarketings ausgemacht. Das Geld wurde jährlich verwendet, um andere Veranstaltungen zu subventionieren.
Lothar Welte, Sprecher der Schausteller des Martinimarktes, zeigte sich von der Absage enttäuscht.