Corona-Krise
: Ostprignitz-Ruppiner Kommunen blasen Kultur bis Ende August ab

Bürgermeister vermissen eine klare Vorgabe vom Land. Nicht jeder Veranstalter hat für das Verbot Verständnis.
Von
Markus Kluge
Ostprignitz-Ruppin
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Vom Verbot ist auch die Kammeroper in Rheinsberg betroffen. Deren Spielzeit sollte am 20. Juni beginnen.

Uwe Hauth

In erster Linie gilt die Entscheidung für eigene Veranstaltungen, sie ist aber auch „eine dringende Empfehlung für private Veranstalter, sagte Temnitz-Amtsdirektor Thomas Kresse am Mittwoch. „Dieser nun eingetretene Zustand ist sehr bedauerlich, aber unvermeidbar – auch mit Blick auf die Planungssicherheit und Besucherzahlen“, so Kresse.

Um den Organisatoren Orientierung zu geben, habe man sich entschieden, eigene Veranstaltungen unabhängig von Größe und Besucherzahl abzusagen beziehungsweise größere Events nicht zu genehmigen. Das trifft vor allem Dorffeste und Konzerte. Aber auch die kulturellen Leuchttürme in Rheinsberg, Netzeband und Wustrau werden teilweise umsteuern.

Die Kammeroper in Rheinsberg konnte am Mittwoch noch keine Aussage treffen, wie sie mit der Situation umgeht. Dort sollte zuerst der Aufsichtsrat beraten. In Netzeband wird das Stücke „Unter dem Milchwald“ verschoben und abgewartet, ob die Spielzeit in den September verlegt werden muss. „Wir könnten aber auch alle Sicherheitsvorkehrungen treffen und die Bestuhlung unter freiem Himmel weit genug auseinander stellen“, so Theatersommer-Sprecherin Ute Schindler. Nicht einverstanden mit einem Verbot wäre Wustraus Seefestival-Direktor Marten Sand: "Es gibt noch keine Reglung vom Land. Jetzt vorzupreschen und alles zu verbieten, wäre fatal.“ Auch in Wustrau könnten Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Er möchte, das für  die Open Air-Theater andere Lösungen gefunden werden.