Mit dem Digitalpakt für Deutschlands Schulen gibt es Probleme: Geld wird nicht abgerufen oder gar nicht erst vom Bund an die Länder ausgezahlt. Dabei klang alles so gut, als der Pakt 2018 präsentiert wurde: Rund fünf Milliarden Euro sollten in die Digitalisierung von Schulen fließen. Auch in Neuruppin ist von diesem Geld noch nichts angekommen.
Das bestätigt Michaela Ott, Sprecherin der Stadt. Insgesamt wurde Neuruppin eine hohe Summe in Aussicht gestellt: Die Kommune als Schulträgerin soll 1,15 Millionen Euro allein für ihre Einrichtungen erhalten. „Die Förderquote beträgt 90 Prozent, und zehn Prozent Eigenmittel werden von der Stadtverwaltung finanziert“, erklärt Michaela Ott.

Schulen haben Plan erarbeitet

Mit dem ersten Schritt zu diesem Geld hatte Neuruppin – anders als viele andere Kommunen, die das bürokratische Vorgehen derzeit kritisieren – keine Probleme: Eine Voraussetzung für die Antragstellung und damit fürs Abrufen des Geldes ist, dass ein Medienentwicklungsplan für alle Schulen erarbeitet wird. „Die Pläne liegen uns vor, somit konnten die Fördermittelanträge bereits für alle Schulen gestellt werden“, bestätigt Michaela Ott.
Vorrangig wird der Aufbau der digitalen Struktur im Schulgebäude gefördert, so gibt es die entsprechende Richtlinie vor. Hintergrund ist, dass moderne Endgeräte auch nur optimal genutzt werden können, wenn es die WLan-Struktur gibt, erklärt Michaela Ott.

Elektroarbeiten kosten mitunter mehr

„Aufgrund der aktuellen Preisentwicklung für Elektroarbeiten werden die Kostenschätzungen regelmäßig bei der Haushaltsplanung geprüft und gegebenenfalls angepasst“, sagt die Stadtsprecherin. Zuletzt musste beispielsweise in der Puschkin-Oberschule nachgesteuert werden, an der rund 65.000 Euro mehr als ursprünglich geplant gebraucht wurden. Aktuell geht die Stadt davon aus, dass die Strukturverkabelung für ihre Einrichtungen rund 1,2 Millionen Euro kosten wird. „Des Weiteren sind für jede Schule interaktive Tafeln angedacht“, so Ott.

Förderanträge in der Warteschleife

Dass nun noch kein Geld geflossen ist, liegt vor allem an der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB). Dort hat sich die Bearbeitung der Fördermittelanträge verzögert, so Stadtsprecherin Ott. Hintergrund ist die Corona-Pandemie. Daher liege aktuell noch kein Fördermittelbescheid für Neuruppin vor.
„Auch in Zukunft werden wir im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten die Schulen bei der Digitalisierung unterstützen“, versichert Michaela Ott. Derzeit solle, gemeinsam mit den Einrichtungen, ein Träger- und Betriebskonzept für die künftige technische Ausstattung und Nutzung erarbeitet werden.

Alle Schulen sind an der Reihe

Um die Voraussetzungen für die Digitalisierung an den städtischen Schulen zu schaffen, wird schon auf Hochtouren gearbeitet: Gebaut wird in diesem Jahr in der Gildenhaller Grundschule und der Puschkin-Oberschule. „Für 2021 sind die Grundschulen ,Wilhelm Gentz’ und ,Rosa Luxemburg’ vorgesehen“, so Ott. Dann folgen die Liebknecht-Grundschule im Jahr 2022 und die Alt Ruppiner Grundschule 2023. „Das Karl-Friedrich-Schinkel-Gymnasium und das Schulzentrum Fontane wurden bereits außerhalb des Förderprogramms mit einer entsprechenden IT-Infrastruktur ausgestattet.“ Dort ist die Arbeit aber auch noch nicht getan: Es gelte jetzt, dort entsprechende Nutzungs- und Ausstattungskonzepte zu erarbeiten, beispielsweise für mobile Endgeräte.