Corona
: Nicht alle Jugendliche haben in OPR bisher einen Ausbildungsplatz

Durch die Corona-Krise verzögern sich die Auswahlverfahren. Die Unternehmen im Landkreis wollen aber weiterhin ausbilden.
Von
Ulrike Gawande
Ostprignitz-Ruppin
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Jugendliche sind auf Ausbildungssuch

Julian Stratenschulte

Anfang Juli gab es im Landkreis Ostprignitz-Ruppin noch 274 Bewerber, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz waren. Das sind 28 mehr als im Vorjahr, und dass obwohl aktuell den Ausbildungssuchenden deutlich mehr Lehrstellen im Kreis zur Verfügung standen, als in den Jahren zuvor.

Zunahme an Stellenangeboten

Waren es im 2017/2018 nur 590 Ausbildungsstellen, gab es 2018/2019 bereits 617 Möglichkeiten und 2019/2020 konnten die Jugendlichen unter 698 Stellenangeboten wählen. Von den 508 Ausbildungssuchenden in diesem Jahr, haben bereits 234 einen Vertrag unterschrieben. "Wir sind weiterhin optimistisch, dass wir an die guten Ergebnisse der Vorjahre anknüpfen können“, sagt Beate Kostka, Leiterin der Arbeitsagentur in Neuruppin. 

Weiter Ausbildung trotz Corona

Anders als in anderen Regionen Deutschlands ist Stefan Dirkes, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Neuruppin, jedoch bisher kein Fall bekannt geworden, dass bei einem Auszubildenden wegen der Corona-Krise  der Ausbildungsvertrag zurückgezogen wurde. Zudem seien sämtliche Firmen angeschrieben worden, die freie Ausbildungsstellen gemeldet haben, berichtet Dirkes. „Wir haben keine Hinweise erhalten, dass die Betriebe ihre Absichten auszubilden, zurückziehen. Alle halten ihre Angebote aufrecht.“ Es wäre für die Unternehmen auch kurzsichtig, so Dirkes, jetzt ein Jahr bei der Ausbildung auszusetzen.

Längere Auswahlverfahren und Entscheidungen

„Gute Fachkräfte werden immer gebraucht.“ Was ihm jedoch bekannt sei, dass sich in einigen Unternehmen wegen der Pandemie die Entscheidungsprozesse verzögern und die Auswahlverfahren noch nicht abgeschlossen sind. Das wisse er aus eigener Erfahrung, berichtet der Fachmann. „Wir führen auch aktuell noch Interviews mit Bewerbern über Skype für Stellen bei der Agentur für Arbeit.“ Er hofft jedoch, dass bis zum Ausbildungsbeginn alle Verträge unterschrieben sind.

Seit Juni hat die Agentur eine Hotline unter 03391 605000 geschaltet, um Ausbildungswillige während der Ferien bei der Stellensuche zu unterstützen.