Die Rückrunde der unterbrochenen Saison wird nicht mehr ausgetragen. Das ist ein Ergebnis der Tagung des Krisenstabes im Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB). Damit folgt der Spielausschuss der Mehrheit seiner Vereine.
Mittels Umfrage hatten die Mannschaften votieren können für Hin- und Rückrunde oder für das Saisonverlängern oder eben fürs Beschränken auf die Hinrunde. 74 Mannschaftsvertreter (von 121 angeschriebenen) gaben ihre Stimme für Letzteres ab, 14 für Ersteres. Das Spielen bis in oder über den Sommer hinaus fiel sofort durchs Raster. Auch fand die Vorbereitungszeit von mindestens drei Wochen auf den heißen Start die größte Zustimmung.

Drei Wochen Vorlauf fürs Training nötig

Und wesentlich ist nach dem Krisentreffen per Videorunde auch, dass der Pokalwettbewerb fortgesetzt wird. Das Achtelfinale ist gespielt, das Viertel- und auch das Halbfinale noch nicht terminiert. Es fehlen demnach lediglich sieben Partien an drei Terminen, um den Pokalsieger und damit Qualifikanten für die DFB-Pokalrunde zu ermitteln. Das Endspieldatum dagegen steht fest: 29./30. Mai, das sind deutschlandweit die beiden Tage der Amateure. An jenem Wochenende ermitteln alle Landesverbände unter maximaler öffentlicher Aufmerksamkeit ihre Pokalsieger.
Noch offen lässt der Landesverband Brandenburg jedoch den Start für die Wiederaufnahme des Spiel- und demzufolge auch des Trainingsbetriebs. Dazu werden „wir die Ergebnisse des Treffens der Ministerpräsidenten abwarten“, sagte am Dienstagmittag Wilfried Riemer, Vorsitzender des Spielausschusses. Er sieht die Brandenburger nicht dem ganz großen Termindruck wie Mannschaften in anderen Landesverbänden ausgesetzt. Demnach sei der Start auch dann noch vertretbar, wenn er statt im zweiten noch im dritten Monat gestattet wird: Erstens wieder zu trainieren und zweitens wieder um Punkte zu spielen. Die Hamburger hatten sich vorige Woche durchgerungen, einen maximal möglichen Termin fürs Hochfahren des Fußballs in der Elbmetropole zu benennen: 13. März. Sollte diese Frist ohne Trainingschance verstreichen, soll ihre unterbrochene Saison annulliert werden.

Maximal zwei Nachholspiele sind vertretbar

Wilfried Riemer rechnet vor, dass in der ranghöchsten brandenburgischen Liga lediglich sechs Nachholspiele auszutragen sind. In der Landesliga-Nord sind es acht, in den Landesklasse-Staffeln Nord und West jeweils zwei. Zudem können sich die Vereine ja auf einen Termin zwischen zwei Punktspielen einigen, sofern sie die logistischen Herausforderungen für Englische Wochen stemmen.
Der Oranienburger FC Eintracht beispielsweise hat zwei Partien in der Brandenburgliga mehr auszutragen (gegen Eberswalde und Eisenhüttenstadt) als die Teams, die im Soll liegen, der SV Zehdenick eine (gegen Falkensee), der MSV Neuruppin eine (gegen Wernsdorf). Die Neuruppiner überwintern allerdings im Pokalwettbewerb und treffen auf Oberligist Ludwigsfelde. Termin ist offen. Den engsten Kalender müssen die Landesligisten Oberhavel Velten, Hansa Wittstock und Concordia Buckow mit jeweils zwei Nachholspielen planen.