Defizit
: Spielplätze sind in Neuruppin Mangelware

In mehreren Bereichen im Neuruppiner Stadtgebiet fehlen Plätze für jüngere Einwohner. Doch das Geld reicht nicht einmal für den Erhalt der bestehenden Anlagen.
Von
Siegmar Trenkler
Neuruppin
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Den Spielplatz am Rosengarten neu zu gestalten, war ein kostspieliges Unterfangen, das das komplette Jahresbudget gleich mehrfach verbraucht hätte. Archiv-Foto: Eckhard Handke

Eckhard Handke

Defizitäre Bereiche

Vor allem beim Rheinsberger Tor, an der Alt Ruppiner Allee, in der Vorstadt Nord, an der Wittstocker Allee, in Binenwalde sowie in Bechlin bestehen laut Verwaltungsmitarbeiterin Ulrike Aßmann Defizite. Gründe dafür gibt es mehrere. Teilweise hat die Verwaltung in den dicht bebauten Gebieten Probleme, geeignete Flächen zu finden. Vor allem aber ist schlicht nicht genug Geld im Etat, um neue Anlagen zu planen.

50 000 Euro sind im Haushalt jährlich für  Spielplätze vorgesehen. Doch allein die laufenden Kosten für die Wartung und Instandsetzung liegen höher. Zum Vergleich: die Anschaffung und Aufstellung der neuen Spielgeräte am Rosengarten hat 180 000 Euro gekostet. Hinzu kommt, dass Spielplätze zum Teil gefördert werden und damit eine Bindungsfrist zu beachten ist, die länger währt als die Lebensdauer der Spielgeräte. Um zu verhindern,  dass die Areale nach und nach gesperrt werden müssen, wäre viel zu tun. „Bei zehn Jahren Lebensdauer eines Spielplatzes müssten jedes Jahr in Neuruppin 4,5 Spielplätze grundlegend erneuert werden“, so Aßmann.

Drei Handlungsfelder

Das ist seit Jahren nicht möglich gewesen. Dementsprechend hat sich inzwischen ein großer Investitionsstau gebildet, konstatierte sie. Um das zu ändern, listet die Konzeption drei wesentliche Handlungsfelder auf. Erstens müssen der Unterhalt und die notwendigen Investitionen gesichert werden. Zweitens gilt es, die Defizite bei der Abdeckung mit Spielplätzen zu beheben. Drittens muss nach einer Veränderung der DIN-Norm darauf geachtet werden, neue Qualitäten bei der Gestaltung zu schaffen. Dabei gilt inzwischen auch eine Nutzerbeteiligung im Planungsprozess.

Geld wird gebraucht

„Ich hoffe, Sie denken in einem halben Jahr daran, wenn wir über den Etat sprechen. Wir müssen mehrere hunderttausend Euro in den Haushalt einplanen“, mahnte Siegfried Wittkopf (BVB/FW) nach der Vorstellung des Konzepts. Dabei gehe es mitnichten nur um Flächen für Kinder, wie Siegfried Pieper (SPD) anmerkte. Vor allem in den Ortsteilen, aber auch anderswo seien die Plätze Orte der Begegnung, an denen sich auch Großeltern und Eltern aufhalten. Dementsprechend müssten sie als Generationenspielplätze gesehen werden. Das wird laut Aßmann gerade in den Ortsteilen bereits mitberücksichtigt, etwa beim barrierefreien Zugang zu den Arealen und bei Sitzmöglichkeiten im direkten Umfeld der Anlagen.

Die Situationim Überblick

2017 wurde die Versorgung mit Spielplätzen zuletzt für das gesamte  Neuruppiner Stadtgebiet untersucht. Seinerzeit gab es rund 4 560 Kinder und Jugendliche.

44 kommunale Spielplätze gibt es in Neuruppin: davon 32 in der Kernstadt und zwölf in den Ortsteilen. Sie nehmen eine Fläche von rund 110 000 Quadratmetern ein. Der größte Spielplatz ist der Skaterpark am Krankenhaus mit rund 12 000 Quadratmetern.⇥zig