Kinder wollen nicht mehr spielen
Josephine Steinborn weiß ziemlich genau, wie es vor allem Familien geht, in denen Kinder die Diagnose Blutkrebs bekommen haben. Die 23-Jährige ist nicht nur Medizinstudentin, sie war und ist auch immer noch Kinderkrankenschwester in Berlin-Buch. "Den Kindern geht es zuerst nur schlecht und sie wollen nicht mehr spielen. Dann fühlen sie sich schlapp, sind blass, bekomme dunkle Augenringe und kleine rote Punkte unter der Haut", beschreibt sie erste Symptome. Kinder würden die Diagnose oft besser verkraften als ihre Eltern. "Wir als medizinisches Personal sind dann aber da, um beide Seiten aufzufangen", sagt Steinborn. Blutkrebspatienten – egal in welchem Alter – besiegen ihre Krankheit häufig aber nur mithilfe einer Stammzellspende. Dafür muss aber der passende Spender mit den identischen genetischen Merkmalen gefunden werden. Die wiederum werden von der DKMS, auch bekannt als Deutsche Knochenmarkspenderdatei, gesammelt, gespeichert und vergleichen.
Registrieren lassen kann sich jeder, indem er sich von der DKMS entsprechendes Material per Post zusenden lässt. Oder man nutzt eine Aktion wie jene der MHB-Studenten. "Aber auch Firmen können für alle ihre Mitarbeiter das DKMS-Set bestellen", so die Studentin. Das Procedere ist denkbar einfach. Es gilt, einen Gesundheitsfragebogen auszufüllen und per Wattestäbchen einen Abstrich von der Mundschleimhaut zu machen, über den dann im Labor die Gewebemerkmale bestimmt werden können.
Josephine Steinborn hoffte am Dienstag auf wenigstens 50 Teilnehmer, die sich neu registrieren. "Je nachdem wie viele Neuruppiner noch kommen", sagte sie am frühen Nachmittag. Mit Kaffee, Kuchen und Weihnachtsmusik war im Senatssaal auch für entsprechend gute Stimmung gesorgt worden. Josephine Steinborn hat so etwas auch nicht zum ersten Mal auf die Beine gestellt. Im Klinikum Buch organisierte sie im Frühjahr für Alina, die seinerzeit zehn Jahre war, eine Registierungsaktion – mit Erfolg. Es wurde ein Spender gefunden und Alina ist heute wieder auf dem Weg der Besserung, freut sich die Studentin über den Erfolg: "90 Prozent der Kinder kann so geholfen werden."
Weitere Aktion geplant
Die Spender-Registrierung am Dienstag auf dem Gelände der Ruppiner Kliniken soll auch nicht die letzte in Neuruppin gewesen sein. Gerne würde das die 23-Jährige auch einmal gemeinsam mit dem Oberstufenzentrum Ostprignitz-Ruppin, der größten Bildungseinrichtung im Landkreis, auf die Beine stellen.
Auch Josephine Steinborn würde spenden, wenn sie von der DKMS gebraucht wird. "Ich habe mich registrieren lassen, als ich 18 Jahre alt war", erzählt sie. Davor, dass sie ihre Stammzellen aus ihrem Blut oder durch eine OP aus ihrem Beckenknochen abgeben würde, hat sie keine Angst. "Dass ich noch nicht gebraucht wurde, bedeutet, dass es meinem genetischen Zwilling gut geht. Und das ist doch schön", sagte sie.
Weitere Infos zur Stammzellenspende gibt es unter www.dkms.de

Infokasten

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel