„Grillen und offenes Feuer verboten!“ prangt es in schwarzen Lettern von einem Schild an der Feuerstelle am Rüthnicker Spiel- und Sportplatz. Das Amt Lindow hat das Schild auf Antrag der Gemeinde geliefert. Hintergrund ist laut der ehrenamtlichen Bürgermeisterin Birgit Salzwedel, dass trotz Corona-Zeiten teils große Personengruppen den Platz nutzten, viel Müll hinterließen und auch bei Waldbrandwarnstufe 5 gegrillt wurde.

Treffen mit bis zu 100 Personen

Wie Salzwedel sagt, wird die Feuerstelle von den Rüthnickern fast gar nicht genutzt. Einige Jugendliche würden sich gelegentlich abends dort treffen. Zwei Flüchtlingsfamilien, die einst in Rüthnick gelebt haben, aber weggezogen sind, hätten die Stelle zuletzt regelmäßig genutzt. „Sie kamen zum Grillen her. Das war auch völlig okay. Irgendwann wurden es aber immer mehr. Im Sommer ist es förmlich explodiert. Die kamen von JWD, ich weiß nicht, was das alles für Nummernschilder waren“, so Salzwedel. Teilweise hätten 50 bis 100 Personen den Platz genutzt. „Das geht in Corona-Zeiten natürlich gar nicht“, sagt die Bürgermeisterin. Zudem sei sehr viel Müll liegengeblieben. „Der Ein-Euro-Jobber der Gemeinde hat schon gesagt, dass er das nicht mehr weg macht“, so Salzwedel.

Ärger über Müll

Nachdem sie auf die situation hingewiesen worden war, habe die ehrenamtliche Bürgermeisterin bei einem erneuten Treffen das Gespräch mit den Leuten gesucht und ihnen erklärt, dass sie sich nicht in einer solchen Masse treffen können. „Das haben sie auch eingesehen und haben sich einen anderen Ort gesucht.“ Um solchen Vorfällen während der Pandemie vorzubeugen, sei das Verbotsschild aufgestellt worden. Zudem weisen zwei weitere Tafeln darauf hin, dass kein Müll abgelegt werden soll.
Salzwedel möchte Gerüchten entgegentreten, dass das Verbot erteilt worden ist, weil sich jemand daran gestört habe, das sich Migranten auf dem Platz treffen. „Die beiden Flüchtlingsfamilien sind damals sehr gut hier aufgenommen worden und haben sich auch gut integriert“, so die Bürgermeisterin. Einige Einwohner hätten sich sehr für die Familien eingesetzt, ihnen bei Hausaufgaben und anderem geholfen. „Sie sind uns auch weiterhin immer herzlich willkommen – aber nicht während Corona mit 100 Leuten. Das hat uns hier überfordert und funktioniert nicht.“

Baumstümpfe abgeladen

Offenbar hat aber auch manch Alteingesessener seine Probleme damit, die Regeln am öffentlichen Grillplatz einzuhalten. So ärgerte sich die Gemeindebürgermeisterin am Montag darüber, dass jemand an der Feuerstelle Äste und Baumstümpfe abgeladen hatte. „Derjenige wird sich gedacht haben, dass jemand das schon verbrennt. Das ist natürlich auch nicht in Ordnung.“