Engagement: Wallitzerin näht Gesichtsmasken für soziale Einrichtungen
Für den Fall, dass sie mit einem ihrer Zöglinge zum Arzt muss, hat die 40-Jährige zuerst damit angefangen, Schutzmasken für den Eigenbedarf zu nähen. Den Stoff schneidet sie aus alter Bettwäsche. Mit Gummibändern werden die Masken am Kopf fixiert. Auf Filtermaterial verzichtet Hanel. „Es gibt Anleitungen, in denen geraten wird, Zelltaschentücher in die Maske mit einzunähen. Dann sind die Masken aber nur einmal verwendbar“, sagt sie. Der Vorteil an ihren schlichten Modellen ist, dass sie kochbar sind und somit mehrfach genutzt werden können. Zudem näht sie die Masken so, dass die Nutzer bei Bedarf ein Zellstofftaschentuch einlegen können. Ohne Taschentuch bieten die Masken den Trägern weniger Schutz. Der Hauptgedanke beim Mundschutz besteht aber ohnehin darin, die eigenen Tröpfchen nicht unnötig zu verteilen und somit andere vor einer möglichen Infektion zu schützen.
Über Whatsapp tauschte sich die vierfache Mutter mit einer Bekannten aus. Es reifte der Beschluss, möglichst viele Masken herzustellen und sie sozialen Einrichtungen zur Verfügung zu stellen, deren Mitarbeiter regelmäßig in Kontakt mit Menschen und somit einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Innerhalb von zehn Tagen nähte sie 60 Masken. „Aus einem Kopfkissen bekomme ich zwölf Stück“, sagt sie. Etwa eine halbe Stunde benötigt sie pro Maske. Am Dienstag verteilte sie den ersten Schwung an die Sozialstation Rheinsberg, die Pflegestation Reinhold und das Deutsche Rote Kreuz.
„Solange ich Material habe, nähe ich weiter“, kündigt Christiane Hanel an. Doch mittlerweile geht ihr genau das aus. Da ein Set Gummibänder zwischen drei und sechs Euro kostet, kann sie nur in begrenztem Maß selbst Nachschub besorgen. Deshalb ruft sie dazu auf, ihr Stoff zu spenden. „Alte Bettwäsche hat bestimmt jeder zu Hause. Und wenn ich einige Sets Bänder bekomme, kann ich auch weiterarbeiten“, so Hanel.
„Es gibt sicher viele Einrichtungen, die Masken brauchen. Verkäuferinnen benötigen vielleicht auch bald welche.“ Deshalb ruft sie dazu auf, es ihr gleich zu tun und selbst Masken herzustellen. Christiane Hanel wird damit weitermachen, bis sie irgendwann wieder ihrer normalen Arbeit an der Schule nachgehen kann.
Wer Christiane Hanel mit einer Materialspende unterstützen möchte, kann sie auf ihrem Facebook-Profil kontaktieren. Dorthin können sich auch Einrichtungen wenden, die Masken benötigen.
Details zu Atemschutzmasken
Atemschutzmasken dienen dazu, feine Partikel aus der Luft zu filtern. Ihre Schutzfunktion ist europaweit normiert. Sie werden in Schutzklassen unterteilt: FFP1, FFP2 und FFP3.
Masken der Klasse FFP1 bieten Schutz vor ungiftigem Staub. Sie filtern mindestens 80 Prozent der sich in der Luft befindlichen Partikel bis zu einer Größe von 0,6 Mikrometern. Im Bauwesen oder in der Lebensmittelindustrie ist diese Klasse meist ausreichend.
Masken der Klasse FFP2 schützen vor festen wie flüssigen Staubarten, Rauch und Aerosolen. Sie eignen sich für Arbeitsumgebungen, in denen sich gesundheitsschädliche und erbgutverändernde Stoffe in der Luft befinden. Sie filtern mindestens 94 Prozent der in der Luft befindlichen Partikel bis zu einer Größe von 0,6 Mikrometern. Die Masken werden unter anderem in der Metallindustrie oder auch im Bergbau eingesetzt.
Die Schutzklasse FFP3 schützt ebenfalls vor giftigem Staub, Rauch und Aerosolen. Sie kommt im Umgang mit krebserregenden oder radioaktiven Stoffen sowie Krankheitserregern wie Viren, Bakterien und Pilzsporen zum Einsatz. Die Masken filtern 99 Prozent der Partikel bis zu einer Größe von 0,6 Mikrometern. Verwendet werden sie beispielsweise in der chemischen Industrie.⇥red