Fußball: Auf ein Wittstocker Urgestein ist Verlass

Stand als Ersatzmann parat: Rainer Gohlke. Der 61-Jährige nahm im Landespokal-Heimspiel der FK Hansa Wittstock gegen Chemie Premnitz auf der Bank Platz.
Roland MüllerHilfe bei Not am Mann
Vor knapp zwei Jahren war bei Hansa schon einmal Not am Mann auf der Torhüter-Position. Gohlke half aus, setzte sich auf die Ersatzbank. Doch beim Auswärtsspiel im Dezember beim FC Hennigsdorf war er dann der einzige Torwart im Hansa-Kader. Somit streifte er sich die Handschuhe über. 90 Minuten blieb er ohne Gegentor, machte seinen Job super, wie der Ex-Hansa-Coach-Jörg Lutter damals lobte. Hansa gewann 2:0 und das mit einem 58-Jährigen im Tor. „Das war schon ein tolles Erlebnis, man will ja keinen Fehler machen“, erinnert sich Gohlke gerne zurück.
Rainer Gohlke stand bis 1994 für das Männerteam des FK Hansa Wittstock zwischen den Pfosten. „Danach kam Manni Bloch, ich wechselte auf den Trainerposten. Wir sind ja dann auch aufgestiegen“, blickt Gohlke zurück. Noch heute ist der Blondschopf mindestens einmal in der Woche beim Training. „Ich leite sozusagen seit 19 Jahren die Alt-Herren-Mannschaft, bin immer beim Training dabei. Entweder stehe ich bei den Oldies im Tor oder spiele sogar mal draußen“, berichtet er.
Er weiß, sein Alter könne er nicht wegwischen. „Die Reflexe sind schon langsamer. Die Spielpraxis fehlt, aber mit Erfahrung kann man einiges rausholen“, so Gohlke. Eine bemerkenswerte Randnotiz: Der langjährige Wittstocker sitzt fast noch mit dem Wettkampfgewicht von 1994 auf der Ersatzbank. „Drei Kilo habe ich mehr drauf, aber ich bin schon noch fit“, legt er ein Lächeln auf. Unter Beweis stellen möchte er es im ersten Team aber eigentlich nicht noch mal. Er wolle ja der Mannschaft helfen. Falls ihm dann ein Fehler unterlaufen würde, wäre es für ihn ärgerlich, da er schon immer sehr ehrgeizig war. Gohlke weiß aber auch: „Vorwürfe würde ich vom Team nie zu hören bekommen. Ich kenne die Jungs hier alle gut. Seit Jahren habe ich einen super Kontakt zur ersten Mannschaft, auch zum jetzigen Team.“ Und er fügt an: „Einige Spieler sitzen auch schon mal bei mir im Garten zum quatschen.“
So brauchte er auch nicht lange überlegen, um für den Sonnabend seine Hilfe zuzusagen.