Invasion durch Marienkäfer
Andree verfolgte das Spiel nicht von der Trainerbank, sondern von der gegenüberliegenden Seite, dort wo die Mehrzahl der 104 Zuschauer stand. "Nach wenigen Minuten war meine Jacke dicht von Marienkäfer bevölkert, das war nicht zum Aushalten. Eine Invasion", erklärte der Coach. Der Co-Trainer wollte ebenso die Seite wechseln, wurde aber von Haufe zurück in den Trainerbereich geschickt. "Der Schiri hat vielleicht nicht gewusst, dass ich der Trainer bin", schmunzelte Andree. Das Spiel seiner Elf gefiel ihm, allerdings störten ihn einige Entscheidungen des Schiedsrichters. Obwohl er Vorteile seines Teams sah, lag Stahl zur Pause mit 0:2 hinten. "Da sah unser junger Keeper zweimal nicht gut aus, wie auch beim dritten Herzberger Tor. Er wird daraus lernen, die Zukunft gehört ihm. Auch aus unserem Team gab es keine Kritik", lobte Dietmar Andree.
Seine Elf glich nach der Pause schnell aus und drängte auf die Führung. Doch Stefan Engelhardt traf von der eigenen Strafraumgrenze zum 3:2, da der aufprallende Ball über den Stahl-Keeper ins Netz ging. Stahl stemmte sich gegen das Pokal-Aus, doch es gab den nächsten Rückschlag: Nach Foul im Strafraum sah Patrick Schönfeld, kurz zuvor wegen Meckern verwarnt, die Ampelkarte und Florian Kosmowski traf per Elfmeter zum 4:2. Ein Kopfball von Oliver Gießel tropfte auf die Latte, Jonas Bienert scheiterte am glänzend reagierenden HSV-Torwart Kai Schwieghaus. Mit einem 40-Meter-Freistoß, Schwieghaus hatte wohl mit einer Flanke gerechnet, gelang Mathias Dannehl der Anschluss. "Zuvor hatte ich gefühlt 40 Flanken geschlagen, ohne Erfolg. Da habe ich einfach mal draufgehalten", sagte der Torschütze. Sieben Minuten blieben jetzt noch Zeit.
Starke Aktion vom Keeper
Herzberg hatte nun riesige Konterräume, spielte diese aber schlecht aus. In der 90. Minute gab es einen berechtigten Foulstrafstoß. Dannehl schoss scharf Richtung rechten Dreiangel, doch mit einer Superparade wurde Schwieghaus zum Pokalhelden. "Ich hätte flach schießen müssen, aber den hält er schon super", ärgerte sich der Stahl-Kapitän Dannehl.
Dagegen freute sich der Herzberger Präsident Malte Seydack über den Einzug in die nächste Runde. "Es war wieder packend. Pokalspiele scheinen uns zu liegen. Stahl hat ein spielstarkes Team, aber die Spieler lassen sich zu schnell beeinflussen, ablenken. Sie meckern, anstatt sich auf Fußball zu konzentrieren. Schön fand ich, dass die Stahlspieler dem jungen Keeper keine Vorwürfe gemacht haben, im Gegenteil ihm Zuspruch gaben", sagte Malte Seydack. Patrick Schramm, Trainer vom HSV: "Es war ein echter Herzberger Pokalfight mit kuriosen Toren. Stahl hat nie aufgegeben, hat eine starke Offensive und unsere Fehler sofort bestraft. Der Schiedsrichter hat die Partie insgesamt gut geleitet, ob jedoch diese Kartenflut von 14 Gelben nötig war, darüber kann man streiten."

Heimbilanz derHerzberger Fußballer


2015/2016Achtelfinal-Aus Hansa Wittstock 1:102016/2017Lindower SV Grün-Weiß 4:2 n.E.Rot-Weiß Gülitz 7:0Viertelfinale: Hansa Wittstock 2:32017/208Blumenthal/Grabow 4:1Reckenzin 3:0Aus im Achtelfinale bei Union I 0:32018/2019kein HeimspielErstrunden-Aus bei Perleberg II 1:62019/2020Zernitzer SV 4:1 n.V.Stahl Wittstock 4:3Heimspiel am 17. November