Bei der Sportgemeinschaft Linum sind die Ohren gespitzt. Deren Mitglieder suchen jenen Frevel, der in der Nacht zum Sonntag die beiden Sportplätze der Linumer Kicker mit einem Pkw ramponiert hat. Inzwischen ist die Polizei vor Ort gewesen und Anzeige erstattet worden. Zwar gegen Unbekannt, aber die gesamte Linumer Sportwelt ist hellhörig und dankbar für jeden Hinweis, der den oder die Täter überführt.

Mutwillige Aktion

Vorstandsmitglied Ernst Wodetzki: „Das hier ist klar eine mutwillige Aktion. Wir können uns nicht erklären, aus welchem Grund so etwas getan wird.“ Vielleicht Hass auf den Fußball? Vielleicht aus Lust und Laune? Vielleicht aus Langeweile? Vielleicht, um die Kraft des Autos zu testen? Wodetzki und die SG nahmen noch am Sonntag Kontakt zu den Bewohnern auf, die in Sichtweite der Platzanlage am Ortsrand liegen. Noch ist kein Hinweis eingegangen. Allerdings lässt sich die Tat zeitlich einschränken: Zwischen Sonnabend 17 Uhr und Sonntag 9 Uhr.

Reifenabdruck zu erkennen

In diesem Zeitfenster sind sowohl der Trainingsplatz als auch der Hauptplatz befahren, zum Driften genutzt, gebremst und beschleunigt worden. Vermutlich stammen die Spuren von einem Pkw. Aus den Reifenabdrücken lassen sich interessante Schlüsse ziehen, wie die Polizei bei der Aufnahme des Schadens feststellte. So sei das Profil kein normales, sondern gehöre wohl zu einem höher motorisierten Auto. Die bis zu zehn Zentimeter tiefen Furchen erinnern teilweise an Kunstwerke – allerdings ein nicht unbekanntes Muster für die Polizisten: Das Arbeiten mit der Handbremse spiele eine Rolle, um diese Rillen zu hinterlassen.

Schloss mit Kette kommt nun

Wie dem auch sei, die SG Linum muss sich nun im Einklang mit dem Eigentümer der gepachteten Anlage, die Gemeinde Fehrbellin, schnell um das Beheben der Schäden kümmern. Weil der Boden derzeit zu aufgeweicht ist, um mit schwerer Technik zu ebnen, „wollen wir uns vom Straßenbau eine leichte Walze besorgen“, umriss Ernst Wodetzki die Bemühungen. Am kommenden Sonntag sollen zwei Partien auf dem Rasen angepfiffen werden: Erst das Derby der Alt-Herren gegen den SV 90 Fehrbellin und am Nachmittag das Spiel der Kreisliga-Elf gegen den FC Dossow. Inwieweit eine Versicherung einspringen kann, wird in der Gemeindeverwaltung untersucht. Wodetzki geht davon aus, dass „wir erstmal auf den geschätzten 1000 bis 1500 Euro sitzen bleiben.“ Was jetzt zwingend installiert wird: Eine Kette mit Schloss, denn der Rowdy nutzte Lücken in der Barriere, um auf den Rasen zu kommen. Seit mehr als 40 Jahren ist Ernst Wodetzki Fußballer und emsiger Ehrenamtler bei der SG. „Aber so etwas Dummes habe ich nicht für möglich gehalten.“