Gesellschaft: Talk im Park mit Marten Sand und Hartmut Schreier

Plauderten im Park: Hartmut Schreier (links) und Marten Sand unterhielten das Publikum am Sonntag sehr gut. Ihr Gespräch war der Beitrag des Seefestivals Wustrau zum Fontanejahr.
Holger RudolphIm ersten, dem Fontane–Teil, erinnerte Sand vor allem an den Schriftsteller als Theaterkritiker. „Das Scheusal“ sei er wegen seiner unverblümten Rezensionen genannt worden. Das Stück sei nicht schlecht, sondern schlimmer als schlecht, nämlich trivial, tadelte Fontane. Ein anderes Mal lautete die aus nur einem einzigen Satz bestehende Kritik: „Ich kam aus dem Theater und es regnete, auch das noch.“
Anschließend lasen Sand und Schreier aus den Aufzeichnungen des Knesebeck–Darstellers Thomas Linz der Wustrauer Seeschlacht–Aufführung über die Anfangsjahre des Seefestivals. Marten und Gesine Sand seien von Beginn an die Problemlöser schlechthin gewesen. Das Festivalbüro gerade mal so groß wie zwei Dixi–Toiletten, der örtliche Bäcker schon mal leer gekauft durch die vielen neuen Kulturschaffenden im 1 250–Einwohner–Dorf.
Während der Pause konnte das Publikum Fragen an Hartmut Schreier aufschreiben, die im anschließenden Zwei–Mann–Talk beantwortet wurden. Schreier erlangte deutschlandweit Bekanntheit durch seine 18 Jahre in der Rolle des Kriminalkommissars Manfred „Manne“ Brand in der ZDF–Serie „Soko 5113“. Seine demolierte Nase lässt vermuten, dass er früher Boxer gewesen sein könnte. Nein, als Zwölfjähriger hatte er beim waghalsigen Spiel ein schweres Bauteil ins Gesicht bekommen und wurde bewusstlos. Später sollte er als 18–Jähriger eine wiederherstellende Operation erhalten. Doch seine Dozentin an der Staatlichen Schauspielschule der DDR setzte auf den Wiedererkennungswert des Mimen mit der markanten Nase. Fernsehen und Theater seien ihm gleichermaßen lieb, erzählte Schreier. Allerdings würden Schauspieler beim TV viel besser entlohnt. Dass er seinen Kindern immer wieder mal gerne finanziell unter die Arme greife, sei nur durch die vielen Jahre als sehr gut bezahlter Soko–Darsteller möglich. Heute würden die Vorabend–Krimis oft allerdings deutlich kostengünstiger gedreht. Das gut unterhaltene Publikum spendierte nicht nur zum Schluss sehr viel Beifall.