Gespräch nach Massenschlägerei: In Rheinsberg wollen alle Seiten friedlichen zusammenleben

Vertreter der tschetschenischen Gemeinschaft und Politiker haben am Mittwoch in Rheinsberg beraten, wie das Sicherheitsgefühl für alle Seiten wieder hergestellt werden kann.
Peter VidáAm Mittwoch gab es in Rheinsberg eine Treffen politischer und tschetschenischer Vertreter, deren Ziel es ist, ein friedliches Zusammenleben zu erreichen. Wie berichtet, war es vorvergangene Woche in der Siedlung „Am Stadion“ aus bisher unbekannten Gründen zu einer Schlägerei zwischen knapp 20 Männern gekommen — Polen und Deutsche auf der einen Seite, auf der anderen Tschetschenen. Tags darauf tauchten dort rund 100 Tschetschenen auf. Die Polizei konnte eine Eskalation verhindern.
In dem gedolmetschten Gespräch am Mittwoch betonte Landtagspräsidenten Ulrike Liedtke (SPD) die Wichtigkeit gegenseitigen respektvollen Umgangs. Bürgermeister Frank–Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) stellte die Probleme mit Regelverstößen dar und bat die Bewohner des Wohnverbundes, ihre Landsleute dafür zu sensibilisieren. Genauso sagte er auch rassistischen Ausfällen und rechten Tendenzen gegenüber der in der Stadt lebenden Flüchtlinge den Kampf an.
Peter Vidá schlug vor, im Kreis einen Migrationsbeirat zu wählen, wie es ihn in anderen Regionen schon gibt, um so demokratisch legitimierte Vertreter für Flüchtlinge benennen zu können. Diana Sandler, Landesvorsitzende des Migrations– und Integrationsbeirates, bot an, dass die tschetschenischen Flüchtlinge sich in einem Verein organisieren. So könnten sie als Teil ihres landesweiten Netzwerkes zusätzlich Unterstützung bekommen.
Im Gespräch mit Mitgliedern des Wohnverbunds appellierte der Vorsitzende des Ältestenrates der Tschetschenen in Berlin und Brandenburg, Magomed Turaev, an seine Landsleute, bestehende Bestimmungen zu beachten. Zugleich wurde besprochen, bald Veranstaltungen zu organisieren, um so die tschetschenische Kultur besser zu vermitteln.
Die Bewohner wollen laut Vidá nun die guten Aussichten und den Appell des Ältestenratschefs an ihre Nachbarn weitertragen. „Alle Teilnehmer zogen ein sehr positives Fazit und gehen davon aus, dass das Treffen einen fruchtbringenden Boden für ein von Toleranz und Friedfertigkeit getragenes Miteinander bereiten wird“, so Vidá.