Gutsparksanierung: Ein neues Bild hinter jeder Wegbiegung

Defekt: Auch mehrere alte Steinbänke aus Granit sollen in den kommenden Monaten wieder repariert werden, berichtet Krafft von dem Knesebeck, der erste Vorsitzende des Parkvereins, der Träger des Vorhabens ist.
MOZ/Siegmar TrenklerInsgesamt verfolgt der Parkverein drei Ziele mit der laufenden Restaurierung, wie der erste Vorsitzende Krafft von dem Knesebeck erklärt. „Erstens wollen wir die alten Sichtachsen wieder freilegen. Zweitens geht es um die Wiederherstellung des Kirschbergs. Drittens wird das Wegenetz mehr als verdoppelt“, sagt er. So soll aus dem Areal, das mehr als 80 Jahre zum größten Teil sich selbst überlassen war, wieder eine Anlage werden, die einen Besuch wert ist.
Dass es sich um einen Park gehandelt hat, an dessen Gestaltung vermutlich auch der preußische Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné beteiligt war, war zuletzt nicht mehr zu erkennen. „Man konnte wenige Meter vom See entfernt langlaufen und ihn trotzdem gar nicht sehen. Dabei ist der Park angelegt wie viele englische Gärten. Er steht in Verbindung zu seiner Umgebung“, berichtet von dem Knesebeck. Nachdem nun viele Bäume und Sträucher entfernt wurden, lässt sich vom Uferweg auch wieder der See überblicken. Die Wege sind dabei nicht schnurgerade, sondern schlängeln sich durchs Gelände. Für von dem Knesebeck macht das den besonderen Reiz der Anlage aus: „Hinter jeder Wegbiegung erschließt sich einem ein neues Bild.“
Das soll auch künftig so bleiben. Wichtig war dem Verein dabei, dass die Wege weiterhin erdgebunden und damit sehr naturnah sind. So wird statt Zement Granitbruch als Verdichtungsmaterial eingesetzt. Künftig führen mehrere Wege quer durch den Park und ein langer einmal komplett um das 20 Hektar große Areal herum. Eine weitere Besonderheit des Gutsparks ist, dass er immer auch ein Nutzgarten war. So sind nur acht Hekter echte Parkfläche. Der Rest besteht aus drei Ackerflächen, die auch weiterhin bewirtschaftet werden. Auch die Obstbäume auf dem Kirschberg waren keine reine Zierde. „Die Kirschen wurden früher auch in Neuruppin auf dem Markt verkauft“, so von dem Knesebeck. Bis das wieder so weit ist, wird es aber eine Weile dauern. Der Kirschberg ist bereits von Bäumen befreit worden. In der Anfangszeit sollen die 44 neu gepflanzten Kirschbäume erst einmal umzäunt sein, um sie vor Schäden durch Tiere zu schützen. Doch schon beim Setzen der Pflanzen wird darauf geachtet, in der Mitte einen Weg frei zu lassen, der später quer durch den Obsthain führen soll.
Im Zuge der Wiederherstellung der Sichtachsen werden alte Granit–Sitzbänke repariert, von deren Standort aus Besucher einen besonderen Blick über die Landschaft haben: etwa ein Ruhepunkt in der Mitte des Parks, der eine Aussicht übers Feld und durch eine Baumlücke auf den Ruppiner See freigibt, oder ein Rastpunkt am Ufer, der mehrere Meter über dem Wasserspiegel liegt. Dazu sind es auch immer besondere Bäume, die nun wieder sichtbar sind: mehrere hundert Jahre alte Eichen, Platanen oder auch Rüstern. Auf sie und andere interessante Punkte soll künftig mit Schildern hingewiesen werden.
Die Grundlage für die Sanierung, die größtenteils 2019 abgeschlossen sein soll, war von Studierenden der Uni Dresden geschaffen worden, die die historische Gestaltung erforscht und auch die denkmalpflegerische Zielsetzung erarbeitet hatten. Der nächste Arbeitseinsatz, bei dem die Veilchenwiese bepflanzt wird, findet am 24. März statt. Weitere Infos gibt es auf www.parkverein–karwe.de. (zig)