Hallenfußball
: „Attacke, Mädels“

Bei der Kreismeisterschaft im Hallenfußball stolperten die Favoriten: Mit Einheit Pritzwalk und Herzberg kamen zwei ins Finale, die nicht unbedingt zu den Favoriten gezählt hatten.
Von
Matthias Haack
Röbel
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  • Haken nach rechts, Schuss aufs kurze Eck: Neun Tore fielen in der letzten Vorrundenpartie zwischen dem MSV und Garz. Zu diesem Zeitpunkt stand bereist fest, dass die Neuruppiner um Selina Köhn (am Ball)  den Einzug ins Halbfinale verpasst hatten.

    Haken nach rechts, Schuss aufs kurze Eck: Neun Tore fielen in der letzten Vorrundenpartie zwischen dem MSV und Garz. Zu diesem Zeitpunkt stand bereist fest, dass die Neuruppiner um Selina Köhn (am Ball)  den Einzug ins Halbfinale verpasst hatten.

    Matthias Haack
  • Der Neunmeter ist? Drin. Herzberg stand plötzlich im Finale, nachdem Vanessa Hofmann zum 4:3 gegen Wittenberge einnetzte.

    Der Neunmeter ist? Drin. Herzberg stand plötzlich im Finale, nachdem Vanessa Hofmann zum 4:3 gegen Wittenberge einnetzte.

    Matthias Haack
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Den Neuruppinern blieb der Einzug ins Halbfinale verwehrt, weil sie sich drei Remis in der Vorrunde leisteten. Auch das packende vierte Turnierspiel mit einem fulminanten 7:2 gegen Garz-Hoppenrade änderte nichts mehr am Verpassen der Runde der letzten Vier. Weil auch das von Havelberg giftig geführte Match um Rang fünf dank eines Tores von Selina Köhn mit einem Sieg endete, kam der MSV ohne Niederlage aus dem Wettkampf und musste dennoch vier Gegner ziehen lassen.

Dazu zählte der Herzberger SV. Mit einem 3:4 gegen Pritzwalk und 4:1 gegen Garz hoffnungsvoll gestartet, lag die Mannschaft von Thomas Stork im Ruppiner Derby mit 2:0 in Front. Marie-Kristin Berndt und Vanessa Hofmann hatten eingenetzt. Lisa Rähse und Wera Stolle sorgten für den Ausgleich – zu wenig für den MSV. Herzberg musste jedoch sein letztes Vorrundenspiel gewinnen, um ins Halbfinale zu kommen. Danach sah es zunächst nicht aus: Röbel schoss aus allen Lagen. Der HSV lieferte eine Abwehrschlacht ohnegleichen. Zweimal stand der Pfosten Pate. Erst nach fünf Minuten kam es zum ersten Entlastungsangriff. Der zweite kurz darauf brachte die überraschende Führung: Juliette Dörfel traf. In der Schlussminute erhöhte sie sogar noch auf 2:0.

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Damit noch nicht genug gejubelt: Auch Wittenberge schaltete der HSV danach aus. Vanessa Marx brachte die Elbestädter in der vierten Minute nach einem herrlichen Doppelpass mit Angelina Brendike in Führung. Nur versäumte es Wittenberge, bei der Vielzahl von Möglichkeiten den zweiten Treffer nachzuschieben. Stork forderte in den letzten beiden Minuten „jetzt volle Attacke, Mädels“. Elf Sekunden vorm Abpfiff glich Kristin Berndt mit einem Freistoß aus. Kurz darauf schlug eine Granate von Anika Ditten zwar im HSV-Kasten ein, doch den von der Latte abprallenden Ball sah Schiri Guido Rauchstein nicht mit vollem Durchmesser über der Linie aufsetzen. Es kam zum Neunmeterschießen: Vanessa Marx traf, Bea Scherler ebenso – Anika Ditten traf, Kristin Berndt ebenso – Marlene Knolls halbhohen Ball parierte Sabine Loschai. Vanessa Hofmann katapultierte ihr aus dem Häuschen scheinendes Team anschließend ins Finale.

Während Pritzwalk trotz der immensen Turnierbelastung alle Kräfte mobilisierte und drückend überlegen war, reichte es lediglich zu zwei Toren von Tina Kreißl und Melissa Sebert. Herzberg bekam dennoch in den letzten vier Minuten Oberwasser. Erst recht, als Juliette Dörfel den Anschluss herstellte. Der ganz große Wurf blieb dem Liga-Neuling aber verwehrt. Er holte Silber oder wie es Trainer Stork formulierte: „Wir wollten einen Pokal.“ Medaillen gab es.

Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch fuhr Perleberg heim: Im dritten Turnierspiel gegen Havelberg wurde Tanja Bruns zweimal überhart gefoult, am Knie und dann am Knöchel – für sie das Turnierende. Da keine Ersatzspielerin mit war, zog Perleberg die restlichen Partien mit drei Feldspielerinnen durch und spielte sich als „Sieger der Herzen“ in die Gunst der etwa 120 Zuschauer. Torfrau Karolin Torster: „Wir hätten uns Fairplay gewünscht. In so einer Situation reduziert man doch die Mannschaftsstärke.“ Weder Pritzwalk im Halbfinale (1:4) noch Wittenberge im kleinen Endspiel (1:3) ließen sich darauf ein. Torster: „Man sieht sich zweimal im Leben. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen daraus.“ Die erste: Der Handschlag bei der Siegerehrung wurde verweigert. Dass den Perlebergern kein Ersatz zur Verfügung stand, lag zum einen an der „Grippewelle bei uns“ und an der Prüfungszeit der Auszubildenden, erklärte die Torfrau.

Perleberg: Karolin Torster - Nadja Bahl (1), Franka Schinke, Tanja Bruhns, Lisa Kiesewalter (4) – Trainer Frank Neumann

Wittenberge/Breese: Melanie Korbel - Anja Baumgart, Angelina Brendike (4), Marlene Knoll, Anika Ditten (4), Vanessa Marx (8) – Trainer Patric Kamprad/Maria Lenz

MSV Neuruppin: Sandra Behrendt - Lara Sophie Müller (2), Jennifer Protz, Selina Köhn (1), Darline Fraufarth (1), Lisa Rähse (4), Marie Ehmke (1), Wera Stolle (3) – Trainer Olaf Rähse

Aufbau Stepenitz: Heike Brockmann - Anne Katrin Retzlaff, Imke Oehring, Friederike Lenz, Sarah Trieb, Lina-Sophie Brockmann, Dajenne Jambor, Paula Schalm, Maike Hasak, Lisa Bellin, Pia-Cherline Brockmann, Henriette Bohnsack – Trainer Thomas Schulz

Herzberger SV: Sabine Loshai - Vanessa Hofmann (4), Tini Berndt (1), Juliette Dörfel (4), Annkathrin Schütt (1), Celina Schernau, Bea Scherler (3), Alexandra Leben, Adriana los Angeles – Trainer Thomas Stork

Röbel: Carolin Wetzel - Vivien Schuldt (1), Annika Bünz (2), Elisa Böhm (1), Lena Ewert, Michelle Fuchs (2), Pauline Pesch (1), Wiebke Niemann, Anika Kleemann, Sementa Pfeiffer – Trainer Ronny Lehmann

Garz-Hoppenrade: Neele Jentzsch - Celine Nickel, Vanessa Calmon, Liza Brandt, Jennifer Hinz (5), Gloria Nowak – Trainer Philiopp Harlos/Daniel Klukas

Havelberg: Janine Folck - Anne Glaser, Stephanie Schulz, Franziska Schröder, Carolin Schulze, Josi Wagner, Tina Rollenhagen, Anne Fritze – Trainer Rico Schröder

Pritzwalk: Elisa Mai (1), Peggy Peters, Laura Schuldt (4), Susan Dumkow, Melissa Siebert (5), Tina Kreißl (4), Lisa Deuschke, Esther Seemann – Trainer Frank Schröder/Melanie Jonson

Staffel A: Röbel - MSV 2:2, Pritzwalk - Herzberg 4:3, Garz - Röbel 0:3, MSV - Pritzwalk 0:0, Herzberg - Garz 4:1, Pritzwalk - Röbel 1:0, Herzberg - MSV 2:2, Garz - Pritzwalk 1:4, Röbel - Herzberg 0:2, MSV - Garz 7:2

Staffel B: Perleberg - Wittenberge 0:2, Stepenitz - Havelberg 0:0, Stepenitz - Perleberg 0:2, Wittenberge - Havelberg 3:0, Havelberg - Perleberg 1:1, Stepenitz - Wittenberge 0:6

Um Platz sieben: Röbel - Stepenitz⇥3:1

Um Platz fünf: MSV - Havelberg⇥1:0

Halbfinales

Wittenberge - Herzberg⇥3:4 n.N. (1:1)

Pritzwalk - Perleberg⇥4:1

Um Platz drei: Wittenberge - Perleberg⇥3:1

Finale: Pritzwalk - Herzberg⇥2:1