Vor 30 Jahren war der Abzug der Sowjetarmee aus Neuruppin in vollem Gange. Am 21. August 1990, es war ein Dienstag, wurden die ersten Güterzüge mit Militärtechnik beladen und zurück in die Sowjetunion geschickt. Das Gelände um die Verladerampe war an den ersten Tagen abgesperrt und mit Sichtblenden bestückt.

Verladen der Panzer sollte nicht fotografiert werden

Die ersten Fotos vom Verladen der Panzer von der 8. Panzerdivision der in Neuruppin stationierten Truppen am Hauptbahnhof glückten erst am Sonnabend, 1. September. Allerdings aus sicherer Entfernung mit dem Teleobjektiv, denn das Fotografieren beim Verladen der Panzer zur Rückverlegung war nicht erwünscht. Auch am darauffolgenden Tag war das Fotografieren unerwünscht. Doch da gerade keine Offiziere in Sichtweite waren und die Soldaten sich eine Raucherpause gönnten, gelangen direkt am Hautbahnhof in Nähe von dem damaligen Gebäude der Gepäckaufbewahrung einige Aufnahmen. Die jungen Soldaten lächelten und einige winkten sogar in die Kamera.

Etwa 10.000 Soldaten und Offiziere verließen Neuruppin

Am Montag setzte sich im Morgengrauen dieser nächste lange Güterzug mit der schweren Ladung in Bewegung und Neuruppin wurde dadurch wieder einen Schritt weiter entmilitarisiert. Mit diesem ersten großen Abzug der Sowjets – damals im August und September vor 30 Jahren, immerhin gehörten zur Panzerdivision etwa 10.000 Soldaten und Offiziere, die nun Neuruppin verließen und den Rückzug in ihre Heimat antraten – sahen die Ruppiner das erste Mal, das sich wirklich etwas tut. Es wurde zu jener Zeit spekuliert, dass im alten Kreis Neuruppin weit mehr als 1000 Panzer stationiert waren.