Investition im Seetorviertel
: Los geht es mit Neuruppins größter Tiefgarage

Die Prima-Gruppe startet mit dem Bau der Seetor Residenz II im Seetorviertel. 83 Eigentumswohnungen werden dort bis Ende 2022 entstehen.
Von
Markus Kluge
Neuruppin
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  • Große Baustelle: Auf dem Gelände am Ufer des Ruppiner Sees ist in den vergangenen Wochen schon einiges passiert. Dort wird neben der Seetorresidenz II auch am neuen Uferwanderweg gebaut.

    Große Baustelle: Auf dem Gelände am Ufer des Ruppiner Sees ist in den vergangenen Wochen schon einiges passiert. Dort wird neben der Seetorresidenz II auch am neuen Uferwanderweg gebaut.

    Markus Kluge
  • out-neuspo_191229-bloch Henry Bloch , Trainer MSV Neuruppin, Brandenburgliga 2019/2020 , Foto: Gunnar Reblin

    out-neuspo_191229-bloch Henry Bloch , Trainer MSV Neuruppin, Brandenburgliga 2019/2020 , Foto: Gunnar Reblin

    Gunnar Reblin
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Luftiger und grüner

„Das wird ein bedeutendes Bauvorhaben“, so Henry Bloch von der Prima-Gruppe, die dort rund 20 Millionen Euro investieren wird. Im Unterschied zur Seetor Residenz I, die 2017 am Seedamm eröffnet wurde und nur aus einem Gebäudekomplex mit mehreren Wohnungen und Restaurant besteht, werden nun zehn Häuser gebaut, die allesamt auch etwas Garten haben. „Das wird alles etwas luftiger und grüner – so wie es viele Menschen mögen“, so Bloch.

Die unterschiedlich großen Häuser haben jeweils zwischen sechs und elf barrierefreie und altersgerechte Wohneinheiten, wobei in den kleineren Objekten zwei und in den größeren drei Mietparteien im Erdgeschoss auch Gartenzugang haben. Geplant ist, dass die Wohnungen eine Größe von 50 Quadratmetern bei zwei Zimmern und bis zu 130 Quadratmetern bei vier Zimmern haben. „Es geht aber auch noch größer“, sagt Bloch. Denn die Wohnungen will die Prima-Gruppe nicht behalten, sondern ab sofort als Eigentumswohnungen verkaufen. Wer sich dafür entscheidet, kann laut Bloch noch seine Wünsche vortragen.

Bei der Lage am Ufer des Ruppiner Sees müssen Käufer allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen. Laut Bloch werden die Preise bei etwa 3 400 Euro pro Quadratmeter beginnen. Dass sich dafür Käufer finden, daran hat Bloch keine Zweifel. Schließlich ist die Lage hervorragend. Die Diskussionen in der Stadtpolitik darüber, dass sich nur Wohlhabende das Wohnen am See leisten können, haben die Investoren verfolgt. Dass sich das Seetorviertel zu einem „elitären Wohngebiet“ entwickelt, glaubt Bloch nicht. Zum einen besitzt die Stadt im Seetorviertel selbst noch ein Grundstück, das sie für die Wohnbebauung nutzen möchte. Zum anderen wird in den neuen Gebäuden auch noch Gewerbe – in diesem Fall sechs Einheiten beispielsweise für Cafés oder Apotheken – angesiedelt. „Es wird eine gute Durchmischung im Zusammenspiel mit der Altstadt und der weiteren Entwicklung geben. Und es kommt etwas Leben in das Viertel“, ist Bloch überzeugt. Aber das neue Wohngebiet sei auch „Stadtentwicklung auf höchstem Niveau“. „Wir haben alle das Ziel, dass Neuruppin weiter vorankommt und dazu wollen wir unseren Teil beitragen“, so Bloch, dessen Unternehmen wie berichtet auch an anderen Stellen, wie zum Beispiel an der Mesche, am Sonnenufer und am Ortsrand von Bechlin investiert.

Damit jeder dennoch gerne im Seetorviertel bummeln geht oder oder als Nicht-Anwohner einen Parkplatz dort findet, wird nun als erstes eine Tiefgarage gebaut – die bisher größte ihrer Art in Neuruppin. Laut Bloch wird diese über eine Zufahrt direkt von der Seeproemande aus erreichbar sein. Die 169 Stellplätze werden in erster Linie an die Bewohner der Seeresidenzen und gegebenenfalls auch an Dritte verkauft.  Mit der Tiefgarage sollen die befürchteten Parkprobleme in diesem Bereich gar nicht erst aufkommen. Ursprünglich war laut Bloch auch für die Seetor Residenz I eine Tiefgarage vorgesehen. Die habe aber auf Grund der Bodenbeschaffenheit und des Grundwasserstandes aber nicht verwirklicht werden können. In diesem Komplex sei das aber möglich – allerdings unter Einsatz von Spezialwannen  und -beton

Die Tiefgarage soll laut Bloch wie die benachbarte ehemalige Direktorenvilla, in die Pub und Zimmervermietung einziehen werden, Ende 2020 fertig sein. Danach werden in zehn Bauabschnitten die Wohngebäude errichtet. Die Fertigstellung ist für den 31. Dezember 2022 geplant. Im Frühjahr 2023 dürften dann auch die Außenanlagen der neuen Häuser fertig sein.

Schwieriger Baugrund

Das Seetorviertel ist bis zum 19. Jahrhundert von Bauern und Fischern genutzt worden. Ab 1864  wurde von dort aus Neuruppin mit Gas versorgt. In den 1920er-Jahren entstand dort das Feuerlöschgerätewerk Minimax. Mit der Wende 1989 und der Schließung der Betriebe  kam es zu ersten Nachnutzungsideen für das Gebiet. Die gestalteten sich aber sehr schwierig, weil das Erdreich dort durch die vorherige industrielle Nutzung unter anderem mit Blei, Zink, Arsen, Phenol und Kohlenwasserstoffen kontaminiert war. Vor den Bauprojekten müssen deshalb im Rahmen einer Altlastensanierung mehre tausend Kubikmeter Boden abgetragen, entsorgt und ersetzt werden.⇥kus