Jahresversammlung: Tierschützer werden immer stärker

Setzen sich für Tiere und Umwelt ein: Zu den acht Tierschutz-Kids des Vereins gehören Emma Wahrenburg und Hanna Krügel (Zweite und Dritte von links), die von Julia Krügel (rechts) und Susanne Wahrenburg betreut werden.
Holger RudolphBei der innerhalb des Vereins neu gegründeten Gruppe Tierschutz-Kids setzen sich derzeit acht Kinder für das Tierwohl in der Region ein. Angeleitet werden sie dabei von Julia Krügel und ihrer Stellvertreterin Susanne Wahrenburg. Die Mädchen und Jungen haben sich mit eigenen Bastelarbeiten an Flohmärkten beteiligt, Müll gesammelt und eine Plakataktion gegen die Ausbeutung von Pferden durch deren Einsatz im Pferdekarussell auf dem Martinimarkt umgesetzt. Viele weitere Aktionen im Sinne von Tier- und Umweltschutz sind für die Zukunft geplant.
Futterboxen als Spendenbringer
Peter Lenz erinnerte an die vielen Veranstaltungen des Vereins im zurückliegenden Jahr. Großen Anklang fänden auch die in zwei Neuruppiner Supermärkten aufgestellten Futterboxen sowie die Möglichkeit, in einem dieser Märkte das Pfandgeld für den Verein spenden zu können. Bei mehreren thematischen Stützpunkt-Treffen des Vereins ging es um verschiedene Belange des aktiven Tierschutzes.
Allein für die tierärztliche Kastration von wild lebenden Hauskatzen, die sich ansonsten unkontrolliert vermehren könnten, gab der Verein 10 000 Euro aus. Lenz wünschte sich dabei eine finanzielle Unterstützung durch die Ordnungsämter der Region. Leider fehle diese weitgehend. Positive Ausnahmen seien Neuruppin und Fehrbellin. Gerade erst habe wieder ein anderes Ordnungsamt der Bitte um eine finanzielle Unterstützung für die Kastration von 26 Katzen nicht entsprochen.
Als großen Erfolg wertete Lenz die mittlerweile vierte Auflage des Tierschutzfestes, welches Anfang Juli am Bollwerk stattgefunden hatte. Nicht nur viele Spenden habe es dort gegeben. Einige der Besucher von damals seien inzwischen zu Vereinsmitgliedern geworden.
Sehr stolz ist der Verein da-rauf, eine Ausnahmesituation vor zwei Monaten gut bewältigt zu haben. Die Kreisverwaltung habe den Verein in einem sehr speziellen Fall zwecks Hilfe mit ins Boot geholt. Für 78 sehr schlecht betreute Tiere, darunter Hunde, Katzen, Kaninchen und Kanarienvögel, wurde innerhalb eines Tages ein neues Zuhause gesucht. Der Verein konnte 50 dieser Tiere in Not unterbringen.
Auch wenn Lenz damit unzufrieden ist, dass die Stadt Neuruppin über viele Monate hinweg nicht auf den Brief des Vereins reagiert hat, dass es auf dem Martinimarkt keine Ausbeutung von Pferden als Karusselltiere mehr geben sollte, sieht er für die Zukunft doch ein Einlenken. Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) habe kürzlich signalisiert, dass die Stadt so einen Anbieter nicht mehr auf dem Markt haben wolle.
Stolz zeigte sich Lenz auch über die Nominierung für den BB-Radio-Hörer-Award. Falls es bei der Auszeichnungsveranstaltung am 23. November tatsächlich zur Verleihung kommen sollte, würde er sich darüber sehr freuen. Das 1 000-Euro-Preisgeld könne der Verein jedenfalls sehr gut gebrauchen.
Tierschutzverein Ostprignitz-Ruppin
Der gemeinnützige Tierschutzverein Ostprignitz-Ruppin besteht seit 2001. Sein Ziel ist der Einsatz für vernachlässigte und in Not geratene Tiere. Ein eigenes Tierheim betreibt der Verein nicht. Er vermittelt Tiere zunächst in Pflegestellen. Längerfristige Absicht ist die dauerhafte Vermittlung in ein neues Zuhause. Außerdem kümmert sich der Verein darum, dass streunende Katzen durch Tierärzte kastriert werden, um einer rasanten Vermehrung der Katzen vorzubeugen, die zu Unterernährung und Verwahrlosung führen kann. Zudem unterhält der Verein Futterstellen für ausgesetzte und verwilderte Katzen.⇥hr