Jubiläum
: 100 Jahre Kreisvolkshochschule OPR

Vor 100 Jahren starteten die ersten Vorträge an der Volkshochschule Ruppin. Die Einrichtung lockt bis heute rund 2 700 Lernwillige im Jahr an.
Von
Ulrike Gawande
Ostprignitz-Ruppin
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Grundlage für die Gründung der Volkshochschulen (VHS) war ein Erlass von Konrad Haenisch, Minister für Wissenschaft und Volksbildung, im Februar 1919. Er wollte mit dem Angebot der städtischen Anstalten „Brücken schlagen zwischen dem kleineren Volksteil, der geistig arbeitet, und dem immer größer werdenden Teil unserer Volksgenossen, der mit der Hand schafft, aber geistig hungrig ist“. Im August 1919 forderte der Magistrat der Stadt Neuruppin dazu auf, eine Volkshochschule ins Leben zu rufen. Die Gründungsversammlung des Vereins, der bereits 300 Mitglieder hatte, fand am 10. Dezember 1919 statt. Am Heiligen Abend gab der Magistrat dem Verein dann grünes Licht, „volkstümliche und allgemeinbildende Vorträge und Lehrfächer" anzubieten.

Hörer bezahlten damals 50 Pfennige pro Unterrichtsstunde. Freiwillige Lehrkräfte auf Honorarbasis leiteten die Veranstaltungen. Im Februar 1920, als die Kyritzer Volkshochschule gegründet wurde, erhielt die Neuruppiner Schule eine Lesehalle und eine öffentliche Bibliothek im Zeichensaal des Gymnasiums.

In den 1920er-Jahren konnten die Hörer auch Opernabende, Konzerte, Lesungen, Theater sowie Angebote zur politischen Bildung nutzen. Zusätzlich zu den Vorträgen entwickelten sich zudem Arbeitsgemeinschaften in Englisch, Deutsch, Latein, Staatsbürgerkunde, Wirtschaft, Gymnastik und zum „deutschen Lied“. 1927 konnte sich die Neuruppiner VHS über einen Mitgliederzuwachs von 88 Prozent freuen. Im August 1933 war Neuruppin eine von nur noch vier Volkshochschulen im Regierungsbezirk Potsdam. Während der NS-Zeit von 1933 bis 1945 wurden die Schulen geschlossen, zwangsaufgelöst oder dem Volksbildungswerk gleichgeschaltet.

Nach Kriegsende gestatteten die sowjetischen Besatzer die Wiedereröffnung der VHS. Otto Belach wurde im Mai 1946 Direktor in Neuruppin. Neben Fremdsprachen und Allgemeinbildung wurden auch praktische Kurse angeboten. Im Winter 1947 gab es keine Kurse, weil es nichts zu heizen gab. Doch schon 1949 hatte die Neuruppiner Schule elf Außenstellen. Seit 1952 gab es nicht nur eine VHS in Wittstock, sondern in den Betrieben wurden auch berufsbildende Kurse angeboten. Im Sommer 1958 zog die VHS vom Schulplatz an die Karl-Marx-Straße.

Nach der Wende wollte das Brandenburger Bildungsministerium die Volkshochschulen auslösen, zieht den Beschluss aber zurück. 1994 erfolgt dann die Zusammenführung der Standorte in Kyritz, Wittstock und Neuruppin zur Kreisvolkshochschule, deren Kurse heute jährlich rund 2 700 Lernwillige.

Kreisvolkshochschule Ostprignitz-Ruppin

Am 10. Januar 1920 wurde die Volkshochschule Neuruppin gegründet.

1994 wurden die Standorte in Neuruppin, Wittstock und Kyritz zur Kreisvolkshochschule zusammengeführt.

Am heutigen Freitag findet ein Festempfang zum 100.Geburtstag der KVHS statt, bei dem auch eine Ausstellung über die Geschichte der Schule eröffnet wird. Diese ist ab Montag in den KVHS-Räumen zu sehen. Infos: www.vhs-opr.de⇥ug